Gedanken: Abi, und dann?

Quelle: www.unsplash.com
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Das letzte Jahr ist umheimlich schnell vergangen. Vor 12 Monaten habe ich mir in der Schule meine Abiturnote abgeholt und hab mich für ein paar Tage unbesiegbar gefühlt. Es folgten tolle Sommerwochen und der Anfang meines einjährigen Praktikums, das ich in den kommenden Wochen abschließen werde.

Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wie die ersten Praktikumswochen waren, weil ich inzwischen so zum Team gehöre.

Die ersten Zweifel kommen auf: Habe ich die Zeit richtig genutzt? Was hätte ich in der Zeit alles machen können? Habe ich den richtigen Weg eingeschlagen? Wie sieht mein Leben in 3 Jahren aus? Und wie in 5?

Der Druck ist groß jetzt den ultimativen Studiengang zu finden, der mich erfüllt und mich glücklich macht. Mit dem ich später Geld verdienen kann und der zusätzlich dein Glückskonto füllt. Eine tolle Stadt soll ausgesucht werden, wo coole Leute wohnen und die Mieten bezahlbar sind. In der Stadt muss es Möglichkeiten geben, während des Studiums einen berufsbezogene Nebenjob zufinden.

Familie, Freunde und Bekannte fragen mich nach meinem Plan, den ich selbst nicht kenne. Ich habe angefangen, mir Möglichkeiten auszudenken und rattere meine Fantasien selbstsicher und ironisch runter. Hauptsache sie harken nicht nach und nerven nicht weiten.

Daneben sind noch die Leute, die mich voll labern, wie wichtig so ein Auslandsaufenthalt ist. Ohne ein Jahr in Ausland geht ja gar nichts. Also ärgere ich mich ein bisschen, dass ich nicht nach meinem Abitur ein halbes Jahr im Ausland war und ärgere mich dann über mich selbst, weil ich mich von anderen so beeinflussen lasse. Ich beruhige mich wieder ein bisschen und beruhe mich auf meinen ursprünglichen Plan eines Auslandsemesters.

Manchmal beschleicht mich die Frage, warum ich nicht einfach eine Ausbildung angefangen habe? Hätte ich mich besser informiert, hätte ich gewusst, dass es einen Haufen toller Ausbildungsberufe gibt. Dann hätte ich was Handfestes.

Meine Gedanken sind wirr und springen von links nach rechts. Es ist anstrengend nachzudenken. Es macht mich nervös und zittrig. Ich bin schlecht gelaunt und schiebe meine Gedanken auf.

Ich komme zu dem Schluss, dass wir uns viel zu große Sorgen machen. Jede Möglichkeit steht offen und diesen Weg, der vor uns liegt, ist kein endgültiger. Wir dürfen staucheln, stolpern, vom Weg abkommen und auch umdrehen. Kein Jahr ist je verloren gegangen, denn man macht immer Erfahrungen. Man hätte immer mehr aus seiner Situation machen können, aber wir haben auch jederzeit die Möglichkeit, all unser Können zu nutzen.

Wenn ich mich für den falschen Studiengang entschieden habe, dann ist das halt so. Wenn sich nach drei Jahren Studium immer noch kein goldener Weg vor mir entschlossen hat, dann hänge ich eben noch weiter in der Schwebe. Alles kein Beinbruch.

 

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One thought on “Gedanken: Abi, und dann?”

  1. Hey Schau mal auf meinen Blog, dort gibt’s ein von mir angesprochenes ‘SCHULEvsLEBEN’ Blogthema 🙂 Schaus dir mal an. Könnte dich interessieren. liebe Grüße Jeyare

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