Unter the Dome: Buch vs. Serie

Wenn Bücher verfilmt werden bilden sich bei Bücherwürmern oftmals Sorgenfalten auf der Stirn. All die Charaktere und Szenen, in denen man sich als Leser verliebt hat, fielen unter die kritische Beobachtung gnadenloser Drehbuchautoren, die witzige Nebenrollen und teilweise ganze Handlungsstränge einfach auslöschen. Eine Strategie, die nicht selten auf Kritik stößt. Bei „Under the Dome“ aber erstaunlich gut funktioniert hat.

Under the Dome

„Under the Dome“ (dt.: Die Arena) ist ein Roman von Stephan King aus dem Jahr 2009. Letztes Jahr erschien die dazugehörige TV-Serie, die von Brian K. Vaughan (u.a. Ko-Produzent von „Lost“) produziert wurden ist. King arbeitet mit am Drehbuch und unterstützt die Serie. Den Handlungsrahmen setzte die Kleinstadt Chesters Mill, die durch eine riesige Kuppel von der Außenwelt abgeschirmt wird. Das Leben in der Stadt ändert sich natürlich drastisch. Neben den Bewohnern, die alles daran setzen das Geheimnis rund um die Kuppel zu lösen, gibt es auch diese, die von dem neuen Umstand profitieren. Das Ende des Buches, welches ich recht strange fand, wurde für die Serie abgeändert. Damit wird ermöglicht, dass die Handlung der Serie weit über die des Buches hinaus gehen kann.

Die Charaktere, die im Buch Handlungs- und Sympathieträger waren, tauchen in der Serie ebenso auf, wenn auch in anderen Konstellationen. Ein großes Kompliment geht hierbei an die Rollenbesetzung, denn die Charaktere wurden wirklich optisch unheimlich authentisch besetzt.  Obwohl Dean Norris, bekannt als Hank aus Breaking Bad, mimt den Stadtrat Big Jim, und Rachelle Lefèvre als Stadtreporterin (Twilight) die einzigen mir bekannten Schauspieler sind, ist das schauspielerische Niveau gut und facettenreich.

Die Storyline übernimmt ebenfalls die Höhepunkte und Wendungen der Romanvorlage, zumindest in den meisten Fällen. Da einige Charaktere in der Serie fehlen und andere ihre Persönlichkeit in Staffel 1 noch nicht voll entfalten konnten, gibt es wie erwartet einige Abweichungen. Die wichtigsten Punkten wurden aber, meiner Meinung nach, übernommen. Durch die leichten Abweichungen bleibt die Serie außerdem auch für die Buchleser spannend. Dies ist bei den Charakteren übrigens ähnlich: Einige Charakterzüge, die im Buch seht deutlich waren, kommen in der Serie (noch) nicht richtig zum Vorschein und tauchen die Charaktere in ein anderes Licht. Schon in der ersten Staffel merkt man einigen Charakteren eine Wendung an, teilweise rückt so auch die Handlung vorheriger Episoden in ein ganz anderes Licht.

Kritisieren kann ich höchstens, dass einige Punkte, die ich im Buch ziemlich spitze fanden, wohl gar nicht in der Serie auftauchen werden. Zum Beispiel hat die Journalistin der Stadt im Buch eine Zeitung im Alleingang gedruckt, um die Einwohner zu informieren und damit natürlich einige Leute, z.B. den Stadtrat, gegen sich aufgehetzt. In der Serie spielt Rachelle Lefèvre zwar ein investigativ veranlagte Journalistin, man sieht sie aber komischerweise nie schreiben. Des Weiteren bin ich gespannt, wie die Autoren es in Zukunft schaffen, die Geschichte weiterzuspinnen und unterhaltsam zu bleiben. Das Einführen neuer Figuren ist ja recht schwer, wenn der Handlungsort abgeschirmt ist.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nicht sagen, ob mich Buch oder Serie mehr überzeugt hat. Wie bereits erwähnt, endet das Buch recht komisch und die Ursache der Kuppel erscheint im Vergleich zum Rest des Buches sehr unreal. In der Serie wird besser auf die Tatsache des Überirdischen hingewiesen, finde ich. Die Serie wirkt zu Anfang aber deutlich konstruierter als das Buch, da stärker versucht wird eine Grundlage für die Zuschauer und den weiteren Verlauf aufzubauen. Außerdem wirkte sie auf mich in der Handlungsabfolge deutlich schneller, was jedoch fast bei jeder Verfilmung der Fall ist. Durch eine Episodenlänge von 40 Minuten wird die Schnelligkeit noch unterstüzt.  Abschließend denke ich, dass Serie und Buch gut nebeneinander existieren und sich gegenseitig nichts wegnehmen. Man kann beides konsumieren ohne enttäuscht zu werden.

 

Die 2. Staffel wird voraussichtlich ab dem 10. September auf ProSieben zu sehen sein. Ich freu mich schon.

 

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1 thought on “Unter the Dome: Buch vs. Serie”

  1. Haben wir das gleiche Buch gelesen? Mir hat das Buch sehr sehr gut gefallen (habe es mehrere Male gelesen). Die Übereinstimmung zwischen Buch und Serie beschränkt sich auf die Grundidee, den Namen der Stadt und die Namen der Charaktere. Ich erkenne keinen Charakter des Buches wieder.

    Entsprechend enttäuschend finde ich die Serie

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