TV-Kritik: Kay One sucht Prinzessin

Schon als die Show, in der der Rapper Kay One seine Traumfrau sucht, angekündigt wurde, war klar, dass sie für Furore sorgen wird. Nicht nur sämtlich Rapkollegen, sondern auch alle Liebhaber und Kritiker des Trash-TVs werden sich über jede Sekunde das Maul zerreißen. Schlussendlich ist die Show zwar öffentlichkeitswirksamer Klamauk – bietet aber durchaus Unterhaltung.

Prince Kay One hat sich an der Seite von Bushido einen Namen als Rapper machen können. Vielleicht noch mehr Aufmerksamkeit erreichte der endgültige Splitt zwischen ihm und seinem früheren Mentor. Ein paar Disstracks und unzählige gehässige Kommentare im Web folgten. Kay hat inzwischen ohne ersguterjunge ein Album veröffentlicht, sowie in der DSDS Jury neben Dieter Bohlen gewaltet. Bei RTL 2 sucht er seit gestern Abend seine Prinzessin.

Das Setting

Nach einem ellenlangen Einspieler einzelner Sequenzen, wird Kay One als millionenschwerer und unglaublich erfolgreicher Rapper vorgestellt. Es folgt die Präsentation der Unterkunft für die nächsten Tagen: Eine weiße 1000 qm2 Villa auf Mallorca. Wie üblich, gehört die Villa natürlich nie Kay One, sondern wurde einzig für die Aufnahmen zur Verfügung gestellt. Zusätzlich fährt Kay One mit einem weißen Lamborghini vor, der ihm auch nicht gehört. Er erklärt auch gleich, warum er das Fernsehen gewählt hat, um seine Traumfrau zu finden. Die bisherigen Frauen, die er kennengelernt hat, hatten einfach keinen guten Charakter. Frauen, die es sogar wagen für ihn ins Fernsehen zu gehen (und sich bloßstellen), denen liegt wirklich etwas an Kay, so seine Theorie.

Als Entscheidungshilfe dient Goldpinsel, dessen Namensurspung ich bis heute nicht ganz verstanden habe, der aber sonst super sympathisch wirkt und eigentlich die ganze Zeit mit den Mädels rumhängt. Daneben tritt Kays bester Freunde Alex in Erscheinung, der absolut keine Aufgabe und Relevanz in dem Spektakel hat. Negativ aufgefallen ist Kay One persönlicher Buttler names Kay Two, der von einem kleinwüchsigen, älteren Mann dargestellt wird. Zwischenzeitlich gibt es immer wieder Einspieler, wo “Kay Two” den Boden mit einer Zahnbürste putzt oder ähnliches. Einen Sidekick kann man durchaus charmanter wählen und präsentieren. Finde ich vollkommen unangebracht.

Die Kandidatinnen

Der wichtigste Bestandteil der Sendung sind natürlich die Frauen. Vor 18 bis 32, von blond bis grün, alles ist dabei. Nachdem uns die Berufe der Frauen vorgestellt wurden (vorwiegend im Erotikbereich), dürfen sich alle erstmal richtig blöd dabei anstellen, die Steintreppe zur Villa hoch zu steigen. Es wird geschimpft und geflucht. Das dauert, bis alle oben sind. So stolpert und z.B. die 18jährige Nadine vor die Füße, die gerade ein Haus baut (“Also die Planung steht schon”), aussieht wie KimGloss und eher besessen als verliebt in Kay One ist. Als die sehr sympathisch wirkende Sarah ein Date mit dem begehrten Prinzen hat, dreht Nadine mental fast durch. Eine blonde Dame, die sagenhafte sieben Intimpiercings vorweisen kann und im Einzelgespräch eher durch Taten als durch Worte zu überzeugen versucht, macht sich binnen zwei Minuten bei allen Mädchen unbeliebt. Außerdem gecastet wurde die Serbin Sasa, die zugibt ein kleines Geheimnis zu haben, welches sie ganz offensichtlich zwischen ihren Beinen verbirgt. Böses Produktionsfirma. Daneben gab es noch 7 andere Mädchen, die alle aus irgendeinem Grund ins Fernsehen wollen.

Der Verlauf

Zunächst lernt Kay alle Mädchen im Gespräch kennen, in dem er die Frauen beispielsweise fragt, wann sie zuletzt Sex hatten oder die Mädchen ausfragt, welche Songs sie denn von ihm als Rapper kennen. Auch wenn der Millionär Kay nicht möchte, dass eine Frau ihn seines Geldes wegen datet, ist ihm schon wichtig, dass sie seine Musik kennt. Nach dem ersten Eindruck dürfen auch schon die ersten zwei Mädchen wieder gehen. Es folgt ein Abendessen, bei denen er die Frauen immer wieder vor den Kopf stößt und offensichtlich Gefallen daran findet, sie gegenseitig gegeneinander aufzuhetzen. Am nächsten Tag darf sich die liebe Sarah auf ein richtiges Date mit Kay freuen, welches leider jäh unterbrochen wird, weil ein Mädchen in der Villa vollkommen überstürzt ausziehen will, aber schließlich doch bleibt. Angesicht dieses Theaters reagieren die anderen Mädels eher ungehalten, wobei sie leider “New York” aus “The Flavor of Love” keine Konkurrenz machten. Im Gesamten werden die Teilnehmerinnen objektiviert und stark auf ihr Äußerliches beschränkt. Wer gehaltvolle Gespräche erwartet wird hier bestimmt nicht fündig.

Immer wieder kündigt Kay One Challenges an, denen sich die Frauen stellen müssen. De facto gab es zwei zu sehen. Die erste Challenge bestand aus der Aufgabe sich einen knappen Bikini überzustreifen und dann zu Kay Ones Musik sexy zu tanzen (übrigens längst nicht so spannend wie es klingt), während in der zweiten Aufgabe drei ausgewählte Mädels ein Rapgedicht über den Beschwärmten schreiben mussten. Das war genauso peinlich wie es klingt.

Die Präsentation

Da von der Show nur zwei Ausgaben geplant sind, wurde das Tempo ganz schön angezogen. Die Stimme aus dem Off kommentiert die Geschehnisse mit einer gewissen ironischen Überlegenheit, wodurch klar wird, dass niemand das Ganze so richtig ernst nimmt. Eine klare Struktur ist jedoch schwer erkennbar. Das Augenmerk liegt eher in der Präsentation der verschiedenen Mädchen. die sich in der Sonne räkeln und komisches Zeug von sich geben. Dates, vertraute Gespräche und eine gewisse Entwicklung finden hingegen wenig Platz.

Kay One  selbst präsentiert sich als Macho und benimmt sich an der ein oder anderen Stelle wie ein pubertierender Jugendlicher. Man merkt ihm allerrdings an, dass er Spaß hat und sich in seinem Element befindet, auch wenn all das an der ein oder anderen Stelle eher befremdlich ist.

Mein Fazit

“Prinzessin gesucht” ist keine Dating Show im eigentlichen Sinne, sondern eher ein gefilmter Partyurlaub mit ein paar Flirts zwischendurch. Dadurch werden auch Entscheidungen nicht so ewig hingezogen und in 2 Stunden passiert verhältnismäßig viel. Die Darstellung ist witzig und unterhaltsam. Da die Kandidatinnen allesamt Frauen sind, die die Öffentlichkeit nicht scheuen, lacht man auf eine abstruse Art auch mit ihnen und nicht etwa über die Damen. Kay One zeigt sich nicht immer charmant, ist für mich als Person aber gut hinnehmbar, solange ich ihn nur im TV beobachten muss. Ob er sich mit dieser Show einen Gefallen tut sei dahin gestellt. Fest steht jedoch: Jede Folge von X-Diaries ist schlimmer.

 

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