Ein Film ohne Schnitt: “Victoria”

Nachts in Berlin. Vier Jungs feiern, trinken, machen Quatsch und treffen auf eine junge Spanierin. Der Abend wird aufregend, spannend und endet tragisch.

Deutsche Filme können meist in zwei Kategorien eingeteilt werden: Peinlich oder überraschend gut. Auf “Victoria” trifft das nicht zu. Der Film spielt locker auf internationalem Niveau.”Victoria” ist ein Film über den man sprechen will, weil das Gesehene einen begeistert und verstört. Und sobald man die Hintergründe erfährt, hört man mit dem Schwärmen gar nicht mehr auf.

Streifzug durch Berlin

Die Männerclique von Sonne, Blinker, Fuß und Boxer fliegt nachts aus einem Berliner Club. Aufgeheitert durch die Situation und etwas Alkohol quatschen sie die junge Spanierin Victoria an. Victoria, neu in Berlin, begleitet die vier jungen Männer daraufhin durch die Nacht. Sonne, der an Victoria interessiert zu sein scheint, bringt sie schließlich zu dem Cafe, in dem sie arbeitet. Nur kurze Zeit später tauchen die restlichen Jungs beim Cafe auf. Boxer, ein ehemaliger Häftling, ist einem ehemaligen Zellenkameraden etwas schuldig. Die Truppe soll eine Bank überfallen.

Ohne Schnitt – viel Authenzität

Der Film wurde in eins durchgedreht. Ohne Schnitt, ohne Pause. Und gerade das gibt dem Film seine Magie. Durch das ungewöhnliche Setting wird viel improvisiert, die Schauspieler verhalten sich absolut authentisch. Sind sympathisch, mal verkopft, mal nervig. Trotz 140 min Spieldauer, kommt in dem Film nie Langweile auf. Die Story wird in Echtzeit gedreht, allerdings verharrt die Geschichte nie lange an einem Ort. Zum Höhepunkt wird der Film schließlich immer schneller, das Drama nimmt seinen Lauf. Das Ende wird wieder ruhig, trügerisch, wie die Stille ihren Raum einnimmt..

Victoria – Ab auf deine Filmliste

“Victoria” ist ein Film, den man gesehen haben sollte. Gerade diejenigen, die deutschen Filmen sonst den Rücken kehren, sollten diesem unbedingt eine Chance geben. Gerade dadurch, dass es ein One-Take ist, ist der Film anders, als alles vorher dagewesene. Eine kleine Revolution der deutschen Filmlandschaft. Als Protagonist agiert außerdem der hervorragende Frederick Lau -ein Grund, der für sich spricht.

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