Barcamp Ruhr 9 im Unperfekthaus Essen

Barcamp Ruhr 9

In den letzten beiden Tage fand zum achten Mal das Barcamp Ruhr im Unperfekthaus in Essen statt. Für Besseres kann man das Wochenende kaum opfern.

Wenn das Smartphone das begehrteste Accessoire ist und Whiskey Tasting und digitaler Nachlass nebeneinander stattfinden, muss es ein Barcamp sein. Die sogenannte Unkonferenz bietet einen freien Rahmen, den die Teilnehmer selbst füllen können – mit jedem beliebigen Thema. “Barcamp ist, was du draus macht” lautet daher ein gern genanntes Zitat.

Barcamp Ruhr 9
Quelle: http://www.barcamp.ruhr/bcruhr9/home / Simon Bierwald

Barcamps – Sinn und Zweck

An Barcamps kann für einen kleinen Betrag jeder teilnehmen, der möchte. Auch wenn in Essen dieses Jahr das Thema “Internet – der Spion in unserer Mitte” angekündigt war, kann über jedes Thema geredet werden, was interessant erscheint. Diese lockeren Vorträge, sogenannte Sessions, werden von den Teilnehmern selbst gehalten. Dazu gibt es zu Beginn die Sessionplanung. Wer will redet über Häkeln, SEO oder das perfekte Urlaubsziel. Referierend mit Powerpoint, diskutierend im Stuhlkreis oder tanzend auf der Dachterrasse – alles ist erlaubt.

Barcamps finden zuhauf in Deutschland und auch international statt. Schwerpunkt sind natürlich oft digitale Themen. Im Ruhrgebiet waren am Wochenende des 19./20. März aber alle möglichen Themen vertreten wie der Sessionplan verrät. Mit der Location Unperfekthaus hat das Barcamp Ruhr außerdem das perfekte Zuhause gefunden. Die locker-kreative Atmosphäre im Haus, das leckere Essen und die vielen, unterschiedlichen Räumlichkeiten sprechen für sich. Und natürlich die Teilnehmer und Themen, die das Barcamp und das Unperfekthaus anlockt:

Nützliche Tipps zum Personal Branding

Mein Blog ist mein Versuch, meinen Fußabdruck im Internet zu steuern. Wenn es gut läuft, unterstützt mich worteplustaten auf meinem beruflichen Weg, eröffnet mit Möglichkeiten und dient meiner Profilierung. Personal Branding ist für Blogger und Freischaffende ein essentielles Thema. Wie der Blog zur Festanstellung verhilft, hat in einer Session Daniela von bloggerabc verraten.  Mein persönliches Learning aus dieser Session: “Ein Blog darf persönlich, muss aber nicht privat sein“. Damit setzt sie einen klaren Trend gegen große deutsche Lifestyleblogs, die Kind und Kegel gerne ausführlich auf dem Blog und in sozialen Netzwerken ausbreiten. “Muss man selbst wissen”, ist Danielas Devise, mit der sie Erfolg hat.

Aber auch regelmäßige Beiträge seien Voraussetzung für ein erfolgreiches Blog. Das suggeriert auch potentiellen Arbeitgebern Verlässlichkeit. Dazu gehört auch das zeitnahe Beantworten von Kommentaren. Wie viel Beiträge und Bestandsarbeit man als Blogger regelmäßig leisten kann, sollte daher gut überlegt sein.

bloggerabc
Quelle: bloggerabc.de

Vorher wurde bereits von Lars Hahn über den Nutzen von Xing und LinkedIn gesprochen. Was ich nicht wusste: Auf LinkedIn können Nutzer zum Beispiel eigene Beiträge posten. Content vom Blog lässt sich also super zweitverwerten und spart Personaler einen Klick. Das kann entscheidend sein. Generell sei die Sichtbarkeit im Netz wichtig, wenn man es zur Profilierung nutze. Wer Links zu sozialen Netzwerken auf einer Seite vereint, steuert den Recherchefluss von Personalern und Suchenden.

Neue Tools und Anregungen

Eine Möglichkeit alle weiterführenden Links und eine kleine Bio über sich zu verfassen und zusammenzuführen ist about.me. Die Seite ist eine Art digitale Visitenkarte. Wer nach dir sucht, findet übersichtlich alles über dich, was du preisgeben und verlinken möchtest. Das Profil ist innerhalb von fünf Minuten erstellt und ausgefüllt. Damit kannst du dir eine eigene Website sparen, für die WordPress eh viel zu umfangreich wäre.

about.me
Quelle: about.me

Ein anderes tolles Tool wurde von Petra Geerken vorgestellt. Mit Storify lassen sich Tweets, Youtube-Videos, Facebook und Instagram-Posts zu Stories zusammenfügen. Damit können zum Beispiel Veranstaltungen im Nachhinein aufbereitet werden. Aber auch wenn ein Blogartikel von dir in sozialen Netzwerken hohe Wellen geschlagen hat, kann sich die Erstellung einer Story lohnen.

storify seite vorstellung
Quelle: https://storify.com/

Digitaler Tod? – Gibt’s nicht!

Was passiert mit dem Blog, Twitter- und Facebook-Account, wenn du verstirbst? Ehrlich gesagt, hatte ich immer die vage Hoffnung, dass Facebook und Co meine Accounts einfach nach monatelange Inaktivität löscht. In der Regel ist das aber nicht der Fall. Daher hat Lina Dillmann ein paar Tipps gesammelt, wie man selbst den digitalen Nachlass regeln kann.

Eure Passwörter könnt Ihr zum Beispiel händisch aufschreiben und einer Vertrauensperson oder eurem Notar zukommen lassen. Wer sich selbst nicht darum kümmert, überlässt Angehörigen diese Aufgabe. Um Accounts von Google, Twitter und Facebook zu löschen, muss immer die Sterbeurkunde eingereicht werden. Vielleicht gefolgt von vielen Briefwechseln mit den Internet-Riesen. Jeder muss natürlich selbst entscheiden, ob er diese Bürde den Hintebliebenen überlassen möchte.

Mit meinem digitalen Nachlass habe ich mich ehrlich gesagt noch nicht viel beschäftigt. In dieser Session habe ich gelernt, dass die Beschäftigung mit dem eigenen Tod wichtig ist, online wie offline. In den nächsten Jahren wird das sicherlich die großen Netzwerke immer mehr beschäftigen. Zu viele inaktive Accounts sind schließlich weder gut für die Statistik, noch für das Nutzer-Wohlbefinden.

Motivation, die ansteckt

Auf Barcamps triffst du Digital-Normaden, Maschinenbauer und die Hausfrau, die gerne twittert. Der große gemeinsame Nenner ist die Suche nach neuen Impulsen. Für mehrere Stunden bist du mit inspirierten Menschen beisammen, die ihre Motivation auf dich übertragen. Es sind nicht nur die vielen neuen Tools, Plugins oder Netzwerke, die du ausprobieren möchtest. Du entwickelst schon beim Zuhören Visionen für Dein digitales Projekt.

Trotz 13 Jahre Schule und mittlerweile drei Studiensemester kann ich mich kaum an 48 Stunden erinnern, die mich so gepushed haben. Bei about.me hab ich mich noch Samstagnacht angemeldet und mein Profil eingerichtet. Unmittelbar nach der Abschluss-Session habe ich mit diesem Post angefangen. Antrieb, der sonst gerne im Alltag verpufft wird akkreditiert. So günstig, angenehm und lustig lernt und vernetzt man sonst nicht.

Danke dafür, Barcamp Ruhr 9.

Und danke an die wunderbaren Sponsoren, die die beiden Tage möglich und beinahe perfekt gemacht haben. Unterstützung ist goldwert!

 

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