Tipps für bessere Texte

Der Inhalt eines Blogs ist natürlich wichtig, lesbarer werden Texte durch einen guten Mehrwert allerdings nicht. Dabei gibt es ein paar einfache Tipps, damit Texte schön klingen und leicht aufzufassen sind.

In meinem Fast Blogging-Beitrag habe ich es bereits erwähnt: Ich finde, dass auf vielen Blogs etwas schludrig gearbeitet wird. Und zu oft finde ich ein Thema interessant, ärgere mich aber über den brüchigen Schreibstil. Da ich in meinem Studium viel über das Schreiben von Texten gelernt habe, gibt es heute ein paar einfach Tipps!

Tipps für bessere Texte

Schreibe aktiv

“Dann wurde die neue Kollektion vorgestellt”. Das ist ein typischer passiv Satz, den man in dieser Form ständig liest. Sprachlich ist das nicht falsch, aber schöner wäre doch: “Dann hat der Designer seiner neue Kollektion vorgestellt”. Das Passiv benutzen wir normalerweise, wenn die handelnde Person nicht wichtig ist. Wenn wir aber extra einen Artikel über etwas schreiben, sind die Handlungsträger allerdings wichtig oder?

Schiebe das Verb nach vorne

Wie benutzen Sprache oft, um zu erzählen was passiert. Schade, wenn es weit hinten steht wie hier: “Die Polizei hat den Verdächtigen festgenommen“. Erst ganz zum Schluss passiert wirklich etwas und der Leser erfährt, was der Satz mitteilen möchte. Deswegen versucht das Verb möglichst weit nach vorn zu bringen, gerade wenn wirklich entscheidende Dinge passieren: “Die Polizei nahm den Verdächtigen fest”.

Schreibe kurze Sätze

Aus der Schule habe ich mitgenommen, dass Sätze besonders wichtig klingen, wenn sie lang und verschachtelt sind. Diese Regel mag bei Aufsätzen zutreffen, nicht aber bei lesbaren Texten. Versuche also möglichst klare und kurze Sätze zu schreiben. Lange Sätze lassen sich oft in zwei kleine teilen. Das verbessert den Lesefluss enorm.

Wer ist “man”?

“Man” ist uns immer auf der Schliche. Irgendwie schummelt sich diese undefinierte Person immer wieder in unsere Texte. Besser du schreibst, wer etwas tut. Meinst du mit “man” vielleicht doch dich? Oder alle anderen?

Verliere dich nicht in Einzelheiten

“Um 12:25 Uhr haben die Veranstalter den Showroom für uns geöffnet”. Ist die genaue Uhrzeit wirklich wichtig? Bei Fließtexten solltest du generell aufpassen, nicht zu viele Zeitangaben hereinzubringen. Meistens ist auch gar nicht wichtig, wann genau etwas passiert ist und lenkt nur vom Wesentlichen ab.

Keine Nomalisierung

Nomalisierung sollte ab heute dein Feind sein. Von Nomalisierung wird gesprochen, sobald ein Verb als Nomen benutzt wird. Das wird einem in der Schule zwar zurecht beigebracht, klingt aber im Gebrauch eher nach Amtsdeutsch. Versuche daher möglichst oft Verben zu benutzen, anstatt Nomen. Zum Beispiel in dem du schreibst “Die Sponsoren finanzierten das Event”, anstatt: “Die Finanzierung für das Event wurde von den Sponsoren übernommen”.

Definiere Nomen genauer

“Als ich den Raum betrat, umschwebten mich sofort tolle Gerüche”. Das klingt ja erstmal schön, aber geht das noch genauer? Wir reden oft von toll, gut und super ohne zu erklären, warum es so toll, gut und super ist. Riecht es nach Kamille und Fenchel? Oder nach Zimt und Anis?

Wenn du Dinge genauer beschreibt, wird dein Text lebendiger. Und deine Leser identifizieren sich dadurch besser mit deinen Inhalten und schließlich auch mit dir.

tipps für bessere texte

 

Natürlich können diese Regeln nicht bei jedem Text und sicher nicht bei jedem Satz beachtet werden. Ein bisschen darauf zu achten, schadet allerdings nie. Viele kleine Fehler machen einen inhaltlich guten Text einfach schlecht lesbar. Wenn du ein paar der Tipps beherzigst, siehst du bestimmt bald einen Unterschied.

Habt Ihr noch absolute No-Gos über das Schreiben parat?

 

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3 thoughts on “Tipps für bessere Texte”

  1. Ich persönlich werde von zu vielen Relativierungen abgeschreckt. Ich kann Mädels nicht ernst nehmen, die in jedem 2. Satz schreiben, dass sie etwas ganz ehrlich meinen. Genauso wie ich es fürchterlich finde, wenn ich zu oft “eigentlich” oder “glaube ich” lesen muss.

    1. Hey Annika,

      ja, das kann ich nachvollziehen. Auf einem Blog ist es die Subjektivität eigentlich klar, das muss nicht ständig betont werden.

      Lieben Gruß,
      Jana 🙂

  2. Eine Sache, die mich sehr stört, ist die Verwendung von ‘wir’.
    Damit meine ich nicht das ‘wir’, das verwendet wird, wenn am Blog mehrere Leute schreiben oder es um Erlebtes konkreter Personen geht, sondern das ‘wir’, das alle Leser meinen will. Es fühlt sich für mich schlicht und ergreifend nach sehr plumper Meinungsmache an, mal davon abgesehen, dass es kleine Unterschiede wunderbar wegbügelt – du siehtst das auch so? Glückwunsch, du gehörst zu uns, zur breiten Masse, du bist normal. (Und woher nimmt der Autor die Qualifikation über ein so allgemeines ‘wir’ Aussagen zu machen?)
    Ein ‘wir’ schafft darüber hinaus bei abweichenden Meinungen eine größere Distanz zwischen Leser uns Autor als ein ‘ich’. Zumindest bei mir weckt die Formulierung meistens ein Gefühl von ‘alle, nur du nicht’, anstatt von ‘du und ich, wir haben eben unterschiedliche Meinungen’.

    Im Übrigen ist es nicht schlecht, in seinen Texten nach Füllwörtern Ausschau zu halten. In der Regel schadet es nicht Formulierungen zu konkretisieren, auch wenn Blogposts tendenziell eher lockerer geschrieben sind.

    Noch ein Wort zu langen Sätzen: Das ist eine Stilfrage. Ich schreibe bevorzugt in längeren Sätzen, weil mir Formulierungen in kurzen oft zu abgehackt vorkommen. Zusammenhänge gehören meiner Meinung nach in einen Satz, anstatt in mehrere – sie gehören schließlich zusammen. Wenn man das Gefühl hat, es zu übertreiben, kann man immer noch entsprechende Werkzeuge* auf den Text loslassen und sich bei den wirklich langen Sätzen überlegen, ob sie aufgeteilt nicht doch besser klingen.
    *z.B. http://www.schreiblabor.com/textanalyse/

    Lieben Gruß,
    Katja

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