Clue: Der digitale Menstruationskalender

Clue App Menstruationskalender

Das eigene Körpergefühl per App tracken klingt intim und befremdlich. Es bringt uns aber auch mehr Bewusstsein für unseren Körper bei.

Die weibliche Menstruation ist tabuisiert. Erwachsene Männer scheuen sich aus Ekel und auch Frauen laufen bei dem Thema oft rot an. Eine moderne Auseinandersetzung mit dem Thema ist längst überfällig. Die App Clue bringt die Periode nicht nur ins digitale Zeitalter, sondern erleichtert auch das Bewusstwerden über den eigenen Körper.

Wie funktioniert das?

Clue ist mittlerweile eine recht umfangreiche App. Die Grundfunktion ist allerdings die Dokumentation der Menstruation. Dazu dient ein Kalender, indem du einfach die Tage vermerkst, in denen du deine Periode hast. Zusätzlich kann auch die Schwere der Blutung eingetragen werden.

Außerdem kannst du Daten zu deinem allgemeinen Wohlbefinden eintragen, in etwa Übelkeit oder Schwindel. Wenn du möchtest, kannst du auch Geschlechtsverkehr eintragen. Clue eignet sich nach eigener Angabe aber nicht zur natürlichen Verhütung.

Wenn du möchtest, erinnert dich Clue an deinen nächsten Zyklus, dem bevorstehenden Eisprung oder dem Ende deiner fruchtbaren Phase. Die Benachrichtigungen kannst du selbst einstellen und anpassen, damit du über das informiert wirst, wann dich interessiert. Die Push-Nachrichten sind für mich eine der nützlichen Punkte der App.

Clue App Menstruationskalender

Bringt das was?

Sein Körper- und Wohlbefinden zu notieren – ob online oder offline – ist Gewöhnungssache. Dass es Sinn macht, sich über seinen eigenen Körper mehr bewusst zu werden, muss ich wohl niemanden erklären. Clue unterstützt mich dabei von Monat zu Monat besser.

Dabei geht es nicht nur um die Regelmäßigkeit meiner Periode. Auch Unterleibs- oder Brutschmerzen werden dadurch getrackt. Für eine eigene Übersicht ist das super. Auch Zusammenhängen kann ich mir dadurch klar machen. Eine ärztliche Untersuchung und Absicherung kann eine App natürlich nicht ersetzen.

Bald sollen die Daten übrigens auch mit dem Partner teilbar werden. So sieht diese_r, ob ihre gerade Eure Periode habt oder dich andere Beschwerden beeinträchtigen. Für aufgeschlossene Paare sicherlich eine spannende neue Möglichkeit.

Was passiert mit meinen Daten?

Daten zur Gesundheit und zum Zyklus sind höchst privat – und das sollen sie auch bleiben! Deswegen halte ich den Blick auf die Datenschutzerklärung für dringend notwendig.

Clue lässt sich ohne Anmeldung nutzen. Wenn du das tust, sind die eingetragenen Daten nur auf deinem Gerät zu finden und Clue hat auf sie keinen Zugang. Per Mail kannst du deine Daten übrigen auch backuppen, wenn du keinen Account hast.

Wenn Ihr Clue mit Account nutzt, werde die Daten möglicherweise anonymisiert für klinische Studien zur Verfügung gestellt. Damit soll langfristig der weibliche Zyklus weiter untersucht und erforscht werden. Und natürlich soll Clue dadurch verbessert werden.

Wer steckt dahinter?

Intime Daten möchte ich eigentlich nur Vertrauenspersonen anvertrauen. Daher sind mir die Gesichter, die hinter der App stehen, wichtig. Ich möchte sicherstellen, dass wir die selben Ideale vertreten, wenn es um die Intimsphäre geht. Dass die App nicht von heute auf morgen ihre Datenschutzerklärung ändert oder meine Daten für Dritte verfügbar macht.

Hinter Clue steht Ida Tin. Die Dänin wurde 2015 sogar zur “Female Entrepreneur of the year” gekürt. In Interviews mit ihr wird schnell klar, dass sie Clue vor allem als Möglichkeit sieht, das eigene Körpergefühl zu verbessern. In Zukunft soll Clue durch die Auswertung der Daten dir vorhersagen können, wann du körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen bekommst. Und wann es besser ist, einen Arzt aufzusuchen. Laut Tin soll die App irgendwann bei der Kommunikation mit dem Arzt helfen und eine Schnittstelle bilden.

Ob du deine intimsten Daten mit einer App teilen möchtest, ist natürlich dir überlassen. Wenn du aber oft körperliche Beschwerden hast oder ständig vergisst, wann du das nächste Mal deine Tage bekommst, ist das Ausprobieren für dich bestimmt spannend und hilfreich.

Kennst du weitere Apps oder Webadressen, die die Auseinandersetzung mit Weiblichkeit moderner machen?

Ich hab übrigens schon vor zwei Wochen darüber geschrieben, wie sich das Frauenbild in den letzten Jahren verändert hat > “#Girlboss: Was ist das eigentlich?

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2 thoughts on “Clue: Der digitale Menstruationskalender”

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