Du fühlst den Trend, nicht die Kultur

Trends Nachhaltigkeit

Der Kauf von Trendteilen ist unverantwortlich. Wer sich nur für kurzlebige Trends neu einkleidet, hat weder Nachhaltigkeit noch Slow Fashion verstanden.

Trend Nachhaltigkeit

Mode lebt durch Trends. Dass die meisten Trends aus Subkulturen entstehen ist ganz normal. Ob Emo, Gothic oder Skater, Subkulturen dienen Designer als Inspiration und so finden Nischenprodukte den Weg auf die Laufstege und in unserer Kleiderschrank. Das ist ganz normal und macht Mode so abwechslungsreich und unterhaltsam.

Du lebst den Trend, nicht die Subkultur

Neulich las ich auf amazed den Beitrag “Fashiongirl goes Sk8erboi: Wenn Streetwear plötzlich Mode wird” von Amelie. Darin schreibt sie über ein neues Paar Vans, das sie sich gekauft hat. Dabei gibt sie zu, dass ihr Vans gefallen haben, weil sie auf Instagram und Modeblogs plötzlich omnipräsent waren:

Je öfter ich die Modeszene in der Skater-Klamotte gesehen habe, umso besser gefiel mir das Ganze. Also habe ich mir Vans gekauft.

Schließlich stellt sie sich die Frage, ob sie Vans oder Trasher-Shirt tragen darf, obwohl sie keine Skaterin ist. Ihr Fazit ist, wie meines oben auch, na klar. Mode bedient sich nunmal verschiedener Genres und Kulturen. Und man soll tragen, was einem gefällt.

Das Problem: Trendkäufe

Das angesprochene Trasher-Shirt steht aber symbolisch für ein ganz anderes Problem. Während eher schlichte Trendteile wie Sneaker und grauer Kapuzenpulli noch in einem Jahr getragen werden können, ist ein Trasher-Shirt auch ein Statement. Ein Statement, mit dem man sich heute gerne schmückt, dass aber in ein paar Monaten von neuen Trends abgelöst wird. Dann verschwindet es im Schrank und wird für Modemädchen untragbar.

Dieses Problem von Trendkäufen ist in der Modeszene allgegenwärtig. Umso spezieller der Trend, desto schwieriger wird später die Weiterverwertung. Klar, viele Fashionliebhaber stellen regelmäßig ihre Kleidung ins Netz, um sie weiterzuverkaufen. Wenn ein Trend vorbei ist resultiert daraus aber ein Überangebot, welches von der Nachfrage nicht gedeckt wird. Die Großteil verschwindet also im Schrank und wird nach ein paar Monaten vielleicht als Putztuch wiederverwendet.

Fashionblogger als Symbol des Konsums

Als Entschuldigung lese ich auf vielen Fashion-Blogs, dass Akteure der Fashionszene eben Trends repräsentieren müssen. Shoppen gehöre zum Job. Vielleicht ist das die schlimmste Mitteilung, die professionelle Blogs an ihre Leser weitergeben: Wer Fashion liebt und vertritt, muss kaufen.

Diese Botschaft muss sich dringend ändern. Es muss sich ein Bewusstsein bilden, dass Trends nicht auf Kosten der Nachhaltigkeit gelebt werden dürfen. Generell darf man heute doch alles tragen, sodass das stumpfe Nachtragen von Trends viel sinnloser ist, als noch vor 10 Jahren. Wer sich nur für kurzlebige Trends neu einkleidet, hat weder Nachhaltigkeit noch Slow Fashion verstanden.

Und wer ein Trendteil secondhand ergattert, freut sich doch umso mehr.

 

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