Menstruationstasse – Weg mit dem Ekel

Menstuationstasse Erfahrung

Die Menstruationstasse ist die neue Alternative zu Binden und Tampons. Warum sich ein genauer Blick lohnt. Und was das alles mit einem besseren Körpergefühl zu tun hat.

In der Pubertät habe ich meinen Körper gehasst. Ich hab mich nicht einmal sonderlich mit ihm auseinander gesetzt, weil ich mich selbst nicht mochte. Ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper und zur eigenen Sexualität war gar nicht möglich. Zum Glück hat sich das inzwischen geändert. Daher finde ich es heute umso wichtiger, auf meinen Körper zu hören und anderen ein positives Körperbild zu vermitteln.

Hör auf, dich selbst ekelig zu finden

Wenn es um Menstruation geht, verziehen viele Männer angewidert das Gesicht. Schon das ist traurig genug. Doch auch viele Mädchen und erwachsene Frauen kommen mit dem, was jeden Monat passiert, nicht wirklich klar. Tampon rein und fertig!

Während wir beim Sex alle möglichen Schweinereien machen, werden Körperflüssigen sobald wir angezogen sind auf einmal widerlich. Nein, niemand muss Blogartikel darüber schreiben oder Gespräche über die Konsistenz führen. Doch ein natürlicher, selbstständiger Umgang mit der Menstruation ist wichtig. Schon allein für die Beziehung zu deinem eigenen Körper. Es ist nicht eklig oder abnormal. Es ist auch nicht unhygienisch. Es ist dein Körper.

Was ist eine Menstruationstasse?

Die Menstrautionstasse ist, wenn man denn will, ein kleiner Schritt zu mehr Kontrolle und Natürlichkeit während der Periode. Die Erfindung ist relativ neu und seit ein paar Monaten im Internet heiß diskutiert.

Es handelt sich um eine Silikontasse, wobei die Form eher an einen Fingerhut erinnert – nur etwas größer. Statt Tampons oder Binden können diese Tassen während der Periode benutzt werden, um das Blut aufzufangen, statt einzusaugen.

Die Menstrautionstasse fühlt sich dank des Materials sehr angenehm an. Statt jedes Mal aufs neue Tampons zu kaufen, kann die Tasse mehrere Monate, vielleicht sogar Jahre benutzt werden. Außerdem entsteht kein Müll. Und die Vaginaflora wird durch das Silikon nicht beeinflusst.

Tragen kannst du die Menstruationstasse 4 bis 12 Stunden, je nach Stärke deine Menstruation . Den Rhythmus findest du bestimmt schnell selbst heraus. Beim Wechseln wird die Tasse kurz mit heißen Wasser ausgespült. Nach dem Ende der Periode wird der Silikonhut einmal mit heißem Wasser drei Minuten abgekocht. Der Aufwand hält sich also in Grenzen.

Die Benutzung ist am Anfang etwas weird

Die Vorteile haben mich überzeugt es auszuprobieren. Und was soll ich sagen. Am Anfang ist es ziemlich merkwürdig. Die kleinste Größe hat einen Durchmesser von ca. 3 cm und wir durch ein Knicken des Materials eingeführt. Ganz schön kniffelig am Anfang.

Auch das Herausbekommen ist am Anfang ungewohnt. Mithilfe der Beckenbodenmuskulatur musste ich selbst etwas nachhelfen. Am Anfang komisch und mühsam, aber nach ein paar Mal hatte ich den Dreh raus. Sobald ich etwas geübter war, ging das Wechseln auch genauso schnell wie mit einem Tampon.

Die Benutzung erfordert in jedem Fall ein bisschen mehr Körpereinsatz. Ein bisschen Körpergefühl und -bewusstsein können daher nicht schaden. Doch am Ende ist die Verwendung eben auch nur eins: Gewohnheit. Die ersten Versuche mit Tampons waren für dich mit Sicherheit auch merkwürdig. Doch spätestens beim dritten Zyklus gewöhnt man sich dran.

Ich bin momentan in Jakarta. Hier gibt es nur Binden, aber keine Tampons zu kaufen. Über meine Menstruationstasse bin ich also wirklich dankbar. Außerdem bin ich froh, in einem Land mit Müllproblem nicht noch mehr dazu beizutragen.

Ihh, Blut

Zurück zu dem Ekel vor Blut. Mal ganz abgesehen davon, dass der Ekel vor deinem eigenen Körper unbegründet ist, ist auch die Benutzung von Binden und Tampons nicht blutfrei. Ihr alle kennt den Badezimmermüll oder das Massaker, wenn Ihr zu spät den Tampon wechselt.

Natürlich erfordert es am Anfang Überwindung direkt mit dem eigenen Menstruationsblut konfrontiert zu sein. Es macht keinen Spaß. Dafür hast du dich wieder mehr selbst unter Kontrolle. Und baust ein intime und gesunde Beziehung zu dir selbst auf. Schon deswegen lohnt sich das Ausprobieren.

Menstruationstassen findest Du zum Beispiel bei Amazon.

 

Benutzt du die Menstrautionstasse? Oder hast du noch Fragen vor der ersten Verwendung? Her damit, ich freue mich zu antworten.

 

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5 thoughts on “Menstruationstasse – Weg mit dem Ekel”

  1. Interessanter Artikel, allerdings frage ich mich schon wie ich die Tasse z.B. auch während eines Arbeitstages wechseln soll (Waschbecken etc. sind ja meist separat von den Toiletten..) damit hat sich das Thema leider schon so ziemlich erledigt oder?! Zumindest auf (halb-) öffentlichen Toiletten wäre es da wohl eher keine Option…

    1. Hey Tina,
      ja, öffentliche Toiletten sind in der Tat etwas schwer zu “bewältigen”. Allerdings kann man die Tassen dort auch einfach mit etwas Klopapier und feuchten Tüchern säubern. Da ich von zuhause arbeite, hatte ich das Problem bisher noch nicht. Ich bin aber sicher, mit ein bisschen Kreativität findet man auch dafür eine praktikable Lösung 🙂

    2. Hey Tina,
      genau das ist auch für mich so ein Punkt, warum ich das (noch) nicht ausprobiert hab. Wenn da mal jemand ne gute, nicht peinliche Idee hat, dann teste ich das auch 😀

      Liebe Grüße, Dunja

    3. Hey Tina,

      1) Je nachdem, wie stark du blutest, kannst du die Tasse selbst an den starken Tagen gut und gerne einen Arbeitstag lang drin lassen.
      Ich hab – früher – am Anfang der Periode die zweitgrößten o.b. in drei, vier Stunden durchgeblutet – aktuell habe ich eine Meluna in L, mit der ich am Anfang durchaus 6-8 Stunden auskomme. Ich wechsle tendenziell aber eher bevor sie ganz voll ist (etwa alle 4-6 Stunden), möchte ich anmerken, die genaue Zeit kann also schwanken.
      Genauso kannst du für die starken Tage weiterhin Tampons oder Binden verwenden und für die schwächeren, an denen eine Tasse den Arbeitstag dann wirklich komplett abdeckt, die Tasse. Da man Menstassen ab etwa 15 Euro bekommen kann, lohnt sich selbst das gemischte Vorgehen recht bald 😉
      2) Du kannst in der Handtasche eine kleine Wasserflasche mitnehmen und die Tasse damit in der Kabine abspülen. Kaltes Wasser langt zum Abspülen zwischendurch vollkommen.
      Da zwölf Stunden Tragen durchaus möglich sind, vermute ich sogar, dass du auf der Arbeit auch ohne Auszuspülen wechseln können müsstest. (Könnte allerdings Blutfleckchen in der Unterwäsche geben. Wenn das Toilettenpapier nicht zu sehr krümelt, würde ich zumindest den äußeren Teil sauber machen, falls Blut drangekommen sein sollte.)
      3) Wechsel nach Möglichkeit nicht zu Stoßzeiten. Wenn es nicht gerade sehr kurze Zeitfenster gibt, zu denen man auf Toilette gehen sollte (Pausen zwischen Unterrichtsstunden an der Schule sind ein Beispiel), sind Toiletten meiner Erfahrung nach nicht sonderlich stark frequentiert.
      4) Und ganz ehrlich: Selbst wenn es jemand mitbekommt? Dann weiß jemand, dass du deine Tage hast und eine Menstruationstasse benutzt. Wenn jemand auf’s Klo geht, während du beim Öffnen der Verpackung von einem Tampon oder einer Binde raschelst, hat der doch die gleiche Information.

      Liebe Grüße,
      Katha

  2. toller artikel, direkt auf den punkt gebracht. ich benutze seit über 3 jahren die tasse und möchte sie nicht mehr missen. ich wechsle grundsätzlich morgens und abends, in der arbeit und auf reisen war das nie ein problem, solange klopapier und/oder eine flasche wasser parat war.
    ich möchte aber noch etwas hinzufügen, was mich sehr gestört hat an tampons: die regelblutung ist keineswegs NUR flüssig, somit ist der tampon absolut ungeeignet und verursacht regelrechten (haha) rückstau!
    bin froh, deinen blog gefunden zu haben, werd mich noch etwas durchlesen!

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