“House of Cards” ist super, selbst wenn Dich Politik nicht interessiert

House of Cards Warum du die Serie schauen solltest

“House of Cards” hat sich längst in den Serienolymp gespielt. Doch der Schwerpunkt auf amerikanische Politik hält viele vom Schauen ab. Dabei sprechen so viele Gründe für die Serien.

Ich hab die vierte Staffel “House of Cards” gerade durch und kann die nächste Staffel kaum abwarten. Da ich mich bis zum  Start der fünften Staffel aber noch etwas gedulden muss, möchte ich Euch heute ein paar Gründe nennen, warum sich das Gucken lohnt:

House of Cards – Worum gehts eigentlich?

Bei “House of Cards” begleiten wir zunächst den politischen Alltag von Frank Underwood (Kevin Spacey) als Vorsitzenden des Repräsentantenhauses. Doch Underwood hat ambitionierte Pläne und möchte im weißen Haus nach ganz oben. Seine Pläne erreicht er durch Kalkül, Intelligenz, Intrigen und durch die nicht minder geschickten Mitarbeiter an seiner Seite.

Die Schauspieler

Kevin Spacey und Robin Wright, die die Underwoods spielen, sind eigentlich schon überzeugend genug. Beide spielen ihre Rolle so authentisch und gelassen, das man die Beiden einfach lieben muss. 2013 gewann die erste Staffel einen Emmy für das beste Casting, Robin Wright erhielt einen Golden Globe für ihre Darstellung der Claire Underwood. Im Jahr darauf holte Kevin Spacey den Golden Globe für seine Darstellung in der zweiten Staffel.

Doch auch die zahlreichen Nebendarsteller wie Michael Kelly, Reg E. Cathy oder Molly Parker wurden vielfach für bedeutende Preise nominiert. Jeder im Cast der Serie ist dafür verantwortlich, dass die Serie stellenweise so glaubwürdig wirkt, dass man Angst bekommt.

Der Castwechsel

Frank Underwood liebt Kompromisse – besonders, wenn er dabei gewinnt und die anderen nicht einmal merken, dass sie den Kürzeren gezogen haben. Sein rücksichtsloses Verhalten bringt einige Menschen zum Fall, wodurch sich der Cast von “House of Cards” im Verlauf jeder Staffel verändert. Allerdings passiert das so geschickt, dass man das als Zuschauer oft gar nicht sofort merkt.

Die Rigorosität mit der mit dem Cast umgegangen wird, ist noch nicht auf “Game of Thrones”-Niveau, dafür ist die Serie physisch auch nicht so brutal. Die Schachzüge sind intelligent und langfristig geplant, wodurch man Stück für Stück bei der Demontage von Persönlichkeiten zugucken kann. Unglaublich faszinierend!

Die Ästhetik

House of Cards Symmetrie

Menschen, die Symmetrie und Ästhetik lieben (also alle) werden sich an House of Cards nicht sattsehen können. Ob die Szenen am Frühstückstisch, die die Zusammenarbeit von Claire und Frank wunderbar symbolisieren. Die vielen Kunstwerke, die immer wieder eine Rolle in der Story spielen. Und natürlich die Einrichtung der Räume, die Art, wie sich zwei Menschen gegenübersitzen, die Macht, die durch die Bildkomposition vermittelt wird.

Das Private vs. das Berufliche

Jeder Charakter in House of Cards hat zwei Seiten. Die Seite, die er der Öffentlichkeit präsentiert, die Seite der Selbstdarstellung, der Vernunft. Und die andere Seite, die er zu verdecken versucht. Das Gierige, das die persönlichen Abgründe sichtbar werden lässt.

Das Balancieren zwischen diesen Seiten ist das Spannende und auch die Gefahr, mit der jeder der Charakter spielen muss. Doch als Politiker verkaufst du deine Persönlichkeit, das Private ist immer auch politisch.

Die Politik

Bei “House of Cards” geht es um Politik – mal weniger, mal mehr – die politischen Spielereien sind immer Haupt- und Wendepunkt. Auch wenn es Episoden gibt, die sich mit Gesetzgebung, Wahlen und dem Kongress beschäftigen, hat man beim Sehen nie das Gefühl, sich wirklich mit Politik zu beschäftigen. Die Storyline ist so geschickt, dass immer alles verständlich bleibt.

Die Serien wirkt sehr realistisch und orientiert sich an dem amerikanischen System. Ich hoffe, im Weißen Haus geht es nicht tatsächlich so falsch und intrigant zu, doch die Spielregeln sind auch in der echten Welt gleich. Daher erlaubt die Serie einen spannenden Blick in die Mechanismen der Politik und bringt den amerikanischen Wahlkampf näher.

Das Frauenbild

Keine Frau taugt in House of Cards zu einer moralischen Instanz. Dafür sind die Frauen aber weit mehr als Liebschaften und Familienmütter. Sie sind ebenso machthungrig und durchtrieben wie die männlichen Charakter. Ob Robin Wright als Claire Underwood, die Journalistinnen Zoe Barnes und Kate Baldwin oder die Kongressabgeordnete Jackie Sharp. Die weiblichen Rollen zeigen immer ihre Stärke, ihren Willen und streben nach Gleichberechtigung.

Auch abseits des Drehbuchs bewies Robin Wright Haltung. Ihr Charakter wird im Laufe der Serie immer wichtiger und auch die Beliebtheit von Claire Underwood bei den Zuschauern ist auf einem Niveau mit Frank. Als Konsequenz forderte sie das gleiche Gehalt pro Episode für sie und Spacey und bekam ihren Willen!

Die Storyline

Tolle Charakter und ein nettes Setting sind nichts ohne eine gute Story. Und “House of Cards” hat gleich mehrere davon. In der Regel laufen mehrere Erzählstränge nebeneinander her. Besonders gefällt mir, dass langfristigen Storylines auch wirklich Zeit gegeben wird. Die Handlung wird nicht abgearbeitet, sondern wirklich erzählt. Mal tauchen Figuren mehrere Episoden nicht auf und an anderen Punkten der Handlung ist dann doch Schnelligkeit gefordert.

Bei “House of Cards” gibt es nicht eine Folge, die langweilig ist oder das große Ganze nicht voranbringt. Auch die 12 Episoden pro Staffel sind genau die richtige Anzahl, um die Geschichte so zu erzählen, wie sie ist.

Achtung Spoiler! Wer mindestens drei Staffel “House of Cards” gesehen hat, findet vielleicht noch ein paar interessante Fakten in diesem Video:

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