Kambodscha: Zwei Tage in Phnom Penh

Vor Phnom Penh hatte ich ein bisschen Angst. Warum das Quatsch war und wie ich überhaupt in der kambodschanischen Hauptstadt gelandet bin:

Als ich Ende Dezember an der Schlange der Passkontrolle in Bangkok stand, bekam ich einen kleinen Anfall. Ich war mir plötzlich nicht mehr sicher, ob das Visum für Thailand umsonst ist und ob ich nicht einen Weiterflug benötige. Die Nacht vorher habe ich in Jakarta meinen letzten Abend mit Freunden gefeiert, aufgewacht bin ich morgens eher aus Zufall und gepackt hab ich innerhalb von 30 Minuten. Die 3 1/2 Stunden Flug von Jakarta nach Bangkok hab ich damit verbracht immer wieder mit meinem Kopf gegen den Sitz vor mir zu knallen. Immer wieder.

Ich war müde, wahrscheinlich noch nicht ganz nüchtern und hatte Hunger. Völlig übernächtigt war ich auf einmal der festen Überzeugung einen Weiterflug aus Thailand zu brauchen, um das Visum zu bekommen. Also raus aus der Schlange, freies WIFI gesucht und völlig verballert einen Flug nach Phnom Penh, Hauptstadt von Kambodscha, gebucht. Danach hab ich mich noch kurz mit dem Mann vom Geldschalter angelegt, weil er meine Indonesischen Rupiah partout nicht in Thailändische Baht tauschen wollte.

Ende vom Lied: Mit deutschem Pass braucht man als Tourist kein Visum, es gibt dementsprechend auch keine Gebühr und einen Weiterflug habe ich auch nicht gebraucht.

Die Einreise nach Kambodscha

Dank meines kleinen Nervenzusammenbruchs stand ich also knapp zwei Wochen später wieder am Don Mueng Flughafen von Bangkok. Deutlich entspannter gab es dieses Mal keine Probleme. Dank des frühen Flugs war es in am kambodschanischen Flughafen morgens noch ruhig und der ganze Immigration-Prozess ging richtig flott.

Für Kambodscha braucht es allerdings ein Visa-On-Arrival. Für den Antrag fühlt ihr am Flughafen einen Zettel aus und braucht außerdem ein Passfoto. Die Visagebühr beträgt 30 US-Dollar. In Kambodscha werden größere Summen in amerikanischen Dollar gezahlt. Das Wechselgeld gibt es dann meist in der kambodschanischen Währung Riel.

Phnom Penh: Eine gefährliche Stadt?

Mit einem Tuk-Tuk ging es dann in die Stadt zum Hostel. Als ich dort eincheckte, beklagte sich gerade ein anderer Gast darüber, das am Abend zuvor sein Smartphone aus seiner Hand geklaut wurde. An der Rezeption wollte man mich sofort belehren, ich solle ja nicht meine Wertgegenstände in der Öffentlichkeit spazieren führen. Das gilt für ganz Asien, in Kambodscha wird das gerne besonders betont. “Ich hab in Jakarta gelebt, ich kenne das”, denke ich etwas großkotzig. Trotzdem mache ich mich eine halbe Stunde später etwas mulmig auf den Weg um die Stadt zu entdecken.

Phnom Penh liegt in der Entwicklung etwa 10 Jahre hinter Jakarta und locker 20 hinter Bangkok. Durch den langen Bürgerkrieg in Kambodscha entwickelt sich der Tourismus erst langsam wieder seit den 90ern. Dazu ist Kambodscha eines der ärmsten Länder der Welt, das Geld für Hotels und Co kommt also von ausländischen Investoren.

Die kambodschanische Hauptstadt wird sich in den nächsten Jahren wahnsinnig entwickeln. Noch kann man aber einen Hauch des ursprünglichen Asiens entdecken. Phnom Penh, lange eine Geisterstadt, ist noch nicht von Einkaufszentren und internationalen Ketten eingenommen. Es gibt kein Starbucks, kein McDonalds. Stattdessen kann man das alltägliche Leben beobachten.

Tuk Tuk, Lady?

Dieses Ursprünglich, nicht-Internationale kann einen etwas Angst machen. Alle fünf Meter ruft jemand „Tuk Tuk Lady?“. Ich sage „No“ oder schüttle mit dem Kopf. Nach ein paar Sekunden geht das Spiel von vorne los. Es ist anstrengend und etwas bedrängend. Ich will eigentlich zum Königspalast, habe mich aber verlaufen. Um auf mein Smartphone zu schauen, gucke ich mir erst eine sichere Ecke aus. Ich hab echt Angst, dass mir mein Handy geklaut wird.

Im Endeffekt habe ich den Palast gefunden, wurde nicht beklaut und habe mich sogar gewappnet gefühlt für diese Stadt. Nach Siem Reap bin ich sogar noch einmal für zwei Tage zurück nach Phnom Penh gekommen, um mehr über die Geschichte Kambodschas zu erfahren.

Phnom Penh ist nicht gefährlich. Aber es gibt es paar Menschen dort, die Chancen nutzen, wenn sie sich ergeben. Man muss nicht super vorsichtig durch die Stadt schleichen, aber bewusst und aufmerksam. Dann klappt auch alles!

Phnom Penh Hausfassaden

Phnom Penh Hausfassaden

Phnom Penh Post Office

Phnom Penh Ufer Riverside

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