Meine Woche in Worten: Von Konsumverhalten und schmutzigen Tatorten

Überflieger oder Schnee von gestern? Im Wochenrückblick kümmere ich mich um Themen, die auch noch morgen für Gesprächstoff sorgen werden. Diese Woche hab ich mir ein paar Gedanken um Konsum gemacht und eine tolle Serie wiederentdeckt.

Diese Woche beginnt die Klausurenphase und die Prakrastination ist bei mir im vollem Gang. Die Wohnung ist sauber und ein lecker duftender Kuchen steht auf dem Tisch. Womit ich mir diese Woche sonst noch die Zeit vertrieben habe, lest Ihr hier:

Serien

Der “Tatortreiniger” ist hoffentlich hinreichend bekannt. Wenn nicht: Die Serie dreht sich um Schotty und seinen Job als Tatortreiniger. In jeder Episode trifft er auf skurrile Situationen und spannende Persönlichkeiten. Das wird alles so schön locker und authentisch erzählt, es ist wunderbar.

Ich schaue gerade die fünfte Staffel, die wieder alle Erwartungen erfüllt. Alle Folgen gibt es bei Amazon Prime.

Artikel

Selbstversuch: 365 Tage secondhand” vom Greenpeace-Blog

Klar, ein Jahr lang keine neue Kleidung zu kaufen klingt erstmal toll. Es stößt mir aber wirklich bitter auf, dass ein Jahr lang nur secondhand kaufen als Leistung gilt. Noch dazu, ist das eben ein Experiment, was kaum alltagstauglich ist.

Besser wäre doch, ein Jahr lang zu versuchen, nur vier neue Kleidungsstücke zu kaufen. Denn die Minimierung des Konsums sollte das Ziel sein, nicht einjährige Experimente, die schwer in den Alltag zu integrieren sind.

Ich brauche das, wirklich”  auf doyouliketohurt.com

Kim hat sich mit ihrem eigenen Konsumverhalten auseinander gesetzt. Wie wir uns immer wieder neu manipulieren, damit der fünfte graue Cardigan auch noch bei uns einziehen darf. Sehr selbstreflektiert und ehrlich geschrieben.

Shopping tötet” von der Zeit

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Jup, diese Woche bin ich ganz schön konsumkritisch unterwegs. Pünktlich zur Fashion Week hat sich auch die Zeit mit Mode als Konsumgut beschäftigt. Der Beitrag setzt sich auch mit dem Dokumentarfilm “The True Cost” auseinander, der die ganze Wertschöpfungskette der Modeindustrie dokumentiert.

Jumpsuits aus PET-Flaschen” von spiegel.de

Damit ich nicht nur mecker, gibt es hier auch was konstruktives: Der Spiegel hat anlässlich zur Fashion Week ein paar Eco-Labels vorgestellt. Ich hab mir gleich ein paar Labels gebookmarked und freue mich schon darauf, mich näher mit den einzelnen Marken auseinandersetzen zu können.

Ein Informatiker will Alzheimer mit Mensch-Computern bekämpfen” von Wired

In Deutschland leiden 1,3 Millionen Menschen an Alzheimer. Eine Chance auf Heilung gibt es derzeit nicht. Ein Wissenschaftler und ein Informatiker forschen derzeit an der Krankheit und wollen das Internet bei der Auswertung von Ergebnissen mit einbeziehen.

Das ist nicht nur unglaublich spannend, es schafft auch Hoffnung. Außerdem klingt es wie eine kleine Revolution der Wissenschaft.

Winterblues? Attacke!” von je-suis-huck.com

Zum Abschluss etwas zum Aufheitern. Der Winter macht uns doch alle mürbe und miesepetrig. Ellen hat sich dem Winterblues mit ganz viel Humor angenommen und mir auf jeden Fall einen schönen Tag damit bereitet. Euch hoffentlich auch!

Wenn Ihr Linktipps habt oder einfach etwas tolles im Netz gefundet habt, immer her damit. Ich freue mich über Ablenkung!

Meinung: Der WDR traut sich was

#Freiheit, Sami Slimani und Lets Plays. Youtuber zeigen sich vielsetig – mit Erfolg. Gerade bei Jugendlichen und junge Erwachsenen sind die Videos rund um News, Tutorials und Trivia beliebt. Nun will auch der WDR ein Stück vom Kuchen.

“Kennen Sie Youtube?”, fragt Jörg Schöneborn, Fernsehdirektor des Westdeutschen Rundfunks einen jungen Mitarbeiter. Die Antwort lautet selbstverständlich “Ja”. Und würde sich der WDR in weiteren Teilen Deutschlands umhören würden sie wohl kaum jemanden zwischen 12 und 30 treffen, der noch nie etwas von Googles Tochter gehört hat.

Seit gestern gehört auch der WDR zu dem großen Pool deutscher Youtuber. Mit einem selbstironischen Trailer haben sie bereits am Sonntag visuell ihren Einstand verkündet. Vorgestellt wurden dabei nicht nur die drei jungen Moderatoren, die künftig das Gesicht des Formats #3sechzich sein werden. Auch die Leitwerte wurden vorgestellt. “Unabhängig, meinungsfreudig, relevant” möchten sie sein.

Auf dem Kanal soll es fast täglich aktuelle Beiträge und Nachrichten geben. Die erste Sendung beschäftigte sich gestern mit dem allgegenwärtigen Thema Pegida. Die Absage der Demo in Dresden und die Pressekonferenz waren Gesprächsstoff für Moderatorin M3lly, die allerdings nicht als neutrale, apolitische Journalisten auftrat, sondern den Nachrichten durchaus etwas Spott mitgab. Die Ausschnitte von außerhalb werden so gewählt, dass sie der Meinung des #3sechzich-Teams untermauern. Man fühlt sich ein bisschen an Stefan Raab erinnert, der ebenfalls nur die Szenen zeigt, die die Protagonisten in ein unangenehmes Licht rücken.

Die Darstellung wirkt insgesamt ungezwungener als man es von öffentlich-rechtlichen Programmen gewohnt ist. Die Moderatorin steht locker im Raum, die Sprache ist einfach und verständlich und auch ein paar “Ähs” und Ähms” lassen sich raushören. Bei den großen Youtubern hat sich der WDR auch etwas abgeschaut: Am Ende des Videos wird brav um Kommentare, Likes und Meinungen gebettelt.

Ob der WDR mit diesem Format wirklich an die junge Zielgruppe anschließen kann, wag ich zu bezweifeln. Auch wenn die Darstellungsform lockerer wirkt, so ist es doch nur ein Thema der Tagesschau, dass in drei Minuten “meinungsfreudig” bearbeitet wird. Ich würde mir mehr Visualisierungen wünschen, wie z.B. bei Logo vom Kinderkanal, angepasst an junge Erwachsene. Außerdem fehlt mir der Mehrwert. Was wirklich neues habe ich nicht erfahren. Der Bericht über Pegida war außerdem sehr einseitig, wobei es gerade bei diesem Thema wichtig ist, beide Seiten zu zeigen. Am Ende schießt sich die “Lügenpresse” damit noch ins eigene Bein.

Natürlich war das erst die erste Folge und ich werde auf jeden Fall dranbleiben und beobachten, was für eine Entwicklung #3sechzich annimmt.