Cobie Smulders kommt zurück: “Friends From College”

Cobie Smulders kennen wir alle als Robin von “How I Met your Mother”. Nun kehrt sie in der Netflix Original Serie “Friends From College” zurück auf den Serienbildschirm.

Etwa 20 Jahre nach ihrem Harvard-Abschluss hat eine Gruppe ehemaliger Kommilitonen größere Probleme als Noten und Studentenparties. Erfolgreiche sowie erfolglose Jobs und Beziehungen bringen immer wieder Aufregung unter die Freunde. Erwachsen werden ist schwer, erwachsen sein noch viel schwerer.

Ab dem 14. Juli sind die acht Folgen der ersten Staffel auf Netflix zusehen.

Mindestens ein bekanntes Gesicht ist im Hauptcast dabei: Cobie Smulders. Nach dem Ende von “How I Met your Mother” 2014 war Smulders vor allem in kleineren Rollen zu sehen. Zum Beispiel spielte sie in den Avengers-Filmen mit und hatte Gastrollen in anderen Serien.

Friends from College auf Netflix

Umso schöner sie jetzt wieder in einer Hauptrolle zu sehen. “Friends From College” erinnert an “How I Met your Mother” oder “Happy Endings”, wobei die Partner- und Jobsuche nun vorbei ist und es innerhalb von Beziehung und Arbeitsleben Schwierigkeiten gibt. Dabei gibt es auch innerhalb der Gruppe Spannungen und Funken.

Der Trailer ist witzig, verspricht aber auch großartiges Gag-Feuerwerk. Zum hintereinander weg schauen eignet sich die erste Staffel “Friends From College” aber bestimmt. Ich bin in jedem Fall gespannt auf die Sitcom und freue mich auf die erste Staffel.

Was machen die anderen HIMYM Stars?

Auch Neil Patrick Harris hat bei einer Netflix Produktion Heimat gefunden und spielt in “Eine Reihe betrüblicher Ereignisse” die Hauptrolle. Der restliche Cast von “How I Met Your Mother” bewegt sich in ganz unterschiedlichen Richtung.  Jason Segal hat seit 2014 zwei Filme abgedreht, die in Deutschland keine große Aufmerksamkeit für sich gewinnen konnten.

Josh Radnor spielt seit 2015 in der Serie “Mercy Street” mit, die nach zwei Staffeln im Jahr 2017 abgesetzt wurde. Auch Allison Hannigan hat seit Serienende nur in zwei Filmen mitgespielt. Nun wird es spannend, ob Smulders Serie bestehen kann.

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Warum es mehr Serien wie “Narcos” geben sollte

“Narcos” erzählt die Geschichte von der Jagd nach Pablo Escobar. Wiedermal beweist Netflix, dass es Serien versteht. Und mehr im Stil gebraucht wird.

Start drücken, pausieren, googeln. Wenn ich Netflix’ “Narcos” schaue, bin ich ständig dabei, Ereignisse zu googeln. Zu erschreckend und unfassbar sind Escobars Taten als Drogenbaron auf der Flucht vor dem Gesetz.

“Narcos” begeistert nicht einfach als Unterhaltung. Die Serie muss verdaut werden und eröffnet immer wieder spannende Blickwinkel.

EINS: Narcos vermittelt Geschichte

Die Serie setzt in Kolumbien in den 70er Jahren ein. Marihuana wird über die Grenze nach Florida geschafft, wird aber zunehmend von Kokain verdrängt. Nicht zuletzt ist der erst junge Escobar aus Medellin dafür verantwortlich.

Narcos zeigt schließlich die Tricks der Drogenkartelle, die Arbeit der Polizei, aber auch den Einfluss von Escobar auf die Bevölkerung Kolumbiens. Auch wenn die Serie die Geschichte nicht hundertprozentig wahr wiedergibt, vermittelt sie Kolumbiens jüngere Geschichte und die Intervention der USA.

2. Sensibilität für Schrecken

Narcos wird auch aus der Perspektive zweier US-Amerikaner, die in Kolumbien für die DEA arbeiten, erzählt. Desto mehr sich Amerika einmischt und je näher die Ermittler Escobar und seinen Leuten auf die Spur kommen, desto skrupelloser handeln auch die Kartelle.

Wegen Drogengeschäften mussten in Kolumbien Hunderte, wenn nicht Tausende ihr Leben lassen. Die Hemmschwelle der Gewalt sinkt in jeder Folge.

So schrecklich diese Geschichte ist, es ist wichtig, dass sie erzählt wird. Dass solche Taten nicht vergessen werden, dass den Opfern gedenkt wird. Und das wir daraus lernen!

DREI: Authentischer Blick in andere Länder

US-Serien und Filme präsentieren sich gerne in Hochglanz-Optik. “Narcos” geht glücklicherweise einen anderen Weg. Es wird ein schönes und bürgerliches Kolumbien gezeigt. Gutes Essen, Familie und Zusammenhalt sind zentrale Fäden durch die Serie.

Die Dekadenz mit der in armen Ländern die Reichen wohnen, wird ebenfalls in “Narcos” vermittelt.

VIER: Zwischen Terror und Familie

Escobar hat in Kolumbien keinen Kleinkrieg mit Gaunern und der Polizei geführt. Er ist Schuld an der Explosion eines Flugzeuges, zahlreichen Autobomben und Anschlägen.

Narcos Pablo Escobar Ende Netflix

Die Serie wirft aber auch einen Blick auf Escobar als fürsorglichen Vater und liebenden Ehemann (trotz zahlreicher Affären). Bei jeglichen Angriff auf seine Häuser steht die Sicherheit seiner Frau und seiner Kinder an erster Stelle.

Schon “Breaking Bad” hat uns mit Walter White einen Protagonisten beschert, den man nicht mehr einordnen kann. Auch “Narcos” treibt solch ein Gedankenspiel an. Das Monster Escobar bekommt menschliche Züge sobald seine Familie in Gefahr ist. Für den Zuschauer führt “Narcos” dadurch immer wieder zum Twist mit sich selbst.

FÜNF: Beeindruckende Bilder

Wie viele Serien des aktuellen Serien-Hypes beweist “Narcos” Gefühl für berührende Bilder, die oft mehr sagen als die Worte der Protagonisten. Besonders, wenn die Kamera ein bisschen zu lang draufhält, Momente nicht ausklingen wollen, spürt man den Druck, der auf Escobar liegt.

Besonders während Escobars Flucht vor DEA und Regierung werden solche Momente ausgezehrt. Wer sich mitziehen lässt, erfährt die Serie dadurch noch intensiver!

Alternatives Streaming: Legal, kostenlos und gut!

Illegal ist out. Netflix und Co haben bezahlbare Alternativen zum illegalen Streaming geschaffen. Doch es gibt auch kostenlose Anbieter; und das ganz legal.

Seitdem ich ein Netflix-Abo habe, sind illegale Streamingseiten für mich ein Graus. Eine schreckliche Usability trifft auch liebloses Design und ich muss mir selbst merken, bei welcher Folge ich stehen geblieben bin. Dazu kommt die Suche nach einem Stream, der funktioniert. Ein Trauerspiel, dass früher nur ertragbar war, weil man sonst an die Serien nicht rankamen.

Mittlerweile wird in meinem Freundeskreis kaum noch illegal gestreamt. Beinahe jeder hat ein Abo für Netflix oder Amazon Prime Video. Allerdings läpert sich das ganz schön. Hier Netflix, da Spotify, dann noch Audible. Aus den Kleckerbeiträgen wird eine große Summe, die jeden Monat vom Konto abgeht. Dazu wird man beinahe erschlagen von dem großen Angebot. Allein Netflix haut mittlerweile jeden Monat eine Eigenproduktion heraus.

Kostenlos Serien streamen

Wenn du keine Lust mehr hast, Geld für Streaming auszugeben. Oder du Netflix und Amazon Prime einfach nicht intensiv genug nutzt, damit es sich lohnen würde, hab ich mich nach Alternativen umgesehen. Im Internet führen viele Wege zum Ziel. Wer Lust auf Serien, Filme oder einfach spannende Formate hat, findet hier Anlaufstellen:

ARD und ZDF Mediathek

Den öffentlich-rechtlichen Sendern hängt leider ein sehr verstaubtes Image an. Dabei senden ARD, ZDF und die Dritten richtige Perlen – man muss sie nur finden. Mit “Tempel” ist beim ZDF zum Beispiel gerade eine Serie gestartet, die bereits mit guten Kritiken überhäuft wird.

Außerdem gibt es eine Menge Talkshows, Nachrichten und Dokumentationen. Jan Böhmermanns Latenight-Show “Neo Magazin Royale” im ZDF ist wohl die bekannteste. Natürlich gibt es auch den sonntäglichen ARD-Tatort in der Mediathek. In der Must-See Kategorie gibt es außerdem die kuratierten Highlights der Redaktion.

Die Öffentlich-Rechtlichen nehmen die meisten Sendungen nach zwei Wochen wieder auf der Mediathek. Regelmäßig umschauen lohnt sich also.

funk

Funk ist erst vor wenigen Wochen an den Start gegangen und ist das junge Angebote der ARD und des ZDF. Der Digitalkanal kann jetzt schon mit einem ordentlichen Serienangebot trumpfen. Mit “Fargo” gibt es ein richtiges Juwel der aktuellen Serienlandschaft gratis zum streamen. Dazu gibt es mit “Young and Promising” eine skandinavische Serie, dessen Plot an “Girls” erinnert. Weiterer Zuwachs garantiert!

Um bei funk auf dem Laufenden zu bleiben lohnt sich der Podcast “Binge Boys“. Max “Rockstah” Nachtsheim und Dominik Hammes begrüßen jede Woche einen Gast und quatschen über eine der Serien im funk-Angebot. Trotz Crosspromo kommt der Podcast ohne große Lobeshymen aus und wirkt fair und ehrlich. Einschalten lohnt sich also auf allen funk-Medien.

Youtube

Auf Youtube findet sich so ziemlich alles. Neben den obligatorischen Katzenvideos gibt es Dokumentationen in voller Länge und sogar Serien und Filme. Nur das Finden erweist sich manchmal als etwas schwierig.

Dazu kommen unzählige gute Youtube Channels, die Formate produzieren, die intelligent unterhalten. Wie der Internetsender Rocket Beans. Dort ist, ebenfalls für funk, kürzlich “Game Two” gestartet, eine Neuauflage der MTV-Sendung “Game One”, die von den Hamburger Bohnen produziert wurde.

Doch auch abseits von Gaming und TrashTube gibt es viel zu entdecken. Rrradiovison, wo Marcel über Tech, Freelancing und Reisen spricht. Das Uni-Projekt Hyperbole, wo Klischees Rede und Antwort stehen. Oder Clips von US-Talkshows wie Jimmy Kimmel.

Movieload.me und netzkino

Movieload und netzkino erlauben beide das kostenlose Streamen und zeigen im Gegenzug Werbung. Das Angebot ist größtenteils von Trash durchgezogen, doch dazwischen finden sich auch ein paar Indie-Schätze und andere Highlights.

MySpass

MySpass bietet vorrangig deutsche Comedy und wird von der Produktionsfirma brainpool betrieben. Angenehm nostalgisch wird es mit alten “Raab in Gefahr”-Folgen. Außerdem gibt es mit “Pastewka” und “Stromberg” zwei gute deutsche Comedyserien, die sich gut am Stück schauen lassen.

Auch aktuelle Sendungen schaffen es in die MySpass-Auswahl. “Luke! Die Woche und ich”, “Nightwatch” und “Pussyterror TV” mit Carolin Kebekus zum Beispiel.

Crackle

Die “guilty destination for streaming” Crackle erfordert eine Anmeldung, bietet danach aber viele Serien for free. Die US-amerikanische Seite finanziert sich durch Werbung und gehört zu Sony Pictures Entertainment. Serien und Filme kommen jedoch auch von Universal, Walt Disney, Fox und Paramount Pictures.

Verfügbar sind Wohlfühlfilme wie “50 erste Dates” oder “About a Boy”. Auch “The Interview” mit Seth Rogen und James Franco, der letztes Jahr für viel Aufregung gesorgt hat, ist dort zu sehen. Die aktuelle Serie “Startup” mit OC-Liebling Adam Brody wird ebenfalls als Stream angeboten.

MTV

Huch? MTV hab ich ehrlich gesagt auch nicht mehr wirklich auf den Schirm. So weh es mir tat, als sich der Sender von Musik immer mehr zu Trickserien verabschiedet hat: Heute profitieren wir davon. Klassiker wie “The Hills” oder mein Sommerliebling “Awkward” gibt es kostenlos zu sehen. Auch Trash-Hits wird “Geordie Shore” oder “Teen Mom” lassen sich umsonst genießen. Trash muss man natürlich mögen, aber gerade für den Secondscreen sind ein paar schöne Sünden dabei.

Offen für anderes

Wer auf kostenlose und legale Streaming-Quellen zurückgreift hat natürlich ein deutlich kleineres Angebot vor sich. Auch die Qualität ist nicht immer vergleichbar mit Amazon Prime Video und Co. Doch wenn du kein Geld für Streaming ausgeben möchtest und du der Masse nicht unbedingt folgen möchtest, sind die aufgeführten kostenlose Streamingportale gute Alternativen.

Hast du weitere Tipps für kostenloses und legales Streaming?

Meine liebsten Coming-of-Age Serien

Coming-of-Age ist ein wunderbares Serienthema, dass die Lebensrealität vieler junger Erwachsenen trifft. Das Potential zum Binge-Watching ist also gegeben. Heute zeige ich euch meine liebsten Coming-of-Age Serien.

Serien nehmen uns für kurze Zeit mit in eine andere Welt. Wir lieben und leiden mit den Charakteren, verstehen die Handlung besser als unser eigenes Leben und stellen damit auch unsere eigenen Entscheidungen auf den Prüfstand. Ich glaube, dass Serien uns wirklich Dinge beibringen können. Oftmals bringen wir für unsere Helden mehr Empathie auf als für unsere Freunde und Feinde. Coming-of-Age Serien sind dafür ein tolles Beispiel, da unsere Lieblingsfiguren alle Wirrungen und Gefühle, die wir in unseren 20er haben auch durchleben.

LOVE

Mickey ist ein Wrack. Ihr deutlich älterer Freund ist ein Muttersöhnchen, sie hat Drogen- und Alkoholprobleme und auch sonst ihr Leben nicht in Griff. Trotz ihr kaputten und unverschämten Art ist Mickey liebenswürdig, ich mochte sie von der ersten Sekunde.

In der ersten Folge lernt sie Gus kennen. Gus ist ein Spießer, den die Trennung von seiner Freundin aus der Bahn wirft. Nach einer schlimmen Nacht treffen sich die beiden zufällig und kommen überraschend gut miteinander aus.

“Love” ist weder eine typische Coming-of-Age Serie, noch besonders romantisch. Die schöne Schrägheit liegt eher zwischen den Szenen. Beide Charakter liebt man nicht gerade bedingungslos, doch das macht die Serie so echt. Sie zeigt, wie Menschen sich verändern, wenn sie sich mögen; im Guten und im Schlechten.

Love traut sich, die hässliche Seite der Charaktere zu zeigen. Der gute Gus wird zwischenzeitlich zum egoistischen Arschloch, von der kaputten Mickey sieht man die zerbrechliche und selbstsüchtige Seite. Für mich eine der besten Serien, die ich dieses Jahr geschaut habe.

Abrufbar bei Netflix

Girls

In der Serie begleitet wir vier Mädels dabei, New York für sich zu gewinnen. Dabei bieten Hannah und Co natürlich viel Identifikation. Ihrer Privilegien sind sich die vier dabei meist nicht bewusst. Stattdessen kämpfen sie sich umständlich von Job zu Job und von Beziehung zu Beziehung.

Girls ist vor allem dafür bekannt und beliebt so schonungslos offen zu sein. Hannah-Darstellerin Lena Dunham sehen wir öfter nackt, die zwischenmenschlichen Beziehung sind oft ebenso kaputt wie die Charaktere selbst. Doch gerade diese schonungslose Darstellung sorgt dafür, dass ich Girls wirklich sehr liebe.

Erhältlich bei Amazon

Skins

Skins ist eine Serie aus Großbritannien, die alle zwei Staffeln den Cast wechselt. Ich bin besonders Fan der ersten Generation rund um Tony, Cassie und Chris. Skins beleuchtet das Leben von mehreren Teenagern aus Bristol. Besonders das selbstzerstörerische Verhalten handelt den Charakteren Probleme ein.

Die ungeschminkte Darstellung, sowie der Hang zum Drogenkonsum ist charakteristisch für die Serien. Die Serie wurde größtenteils von Autoren um die 21 Jahre geschrieben, was der Serie unheimlich viel Identifikationspotential gibt, obwohl die Handlung teils sehr extrem ist.

Erhältlich bei Amazon / Abrufbar bei Netflix

Awkward

Awkward startet mit der erst 15-jährigen Jenna, die sich angeblich selbst das Leben nehmen wollte. Fortan als das “Selbstmord”-Mädchen gebranntmarkt kämpft auch sie sich durch das High-School-Leben. Dabei spielen Liebe und Freundschaft natürlich immer eine Hauptrolle.

Auch wenn Awkward szenenweise etwas drüber ist, finde ich Serie sehr unterhaltsam, da sie Themen ins Lächerliche zieht, die es irgendwie auch verdient haben.

Besonders schön: Die Protagonisten schreibt einen Blog, ihr Handy ist ständiger Begleiter. Ich mag Serien, in denen Technologie sinnvoll und authentisch zur Handlung gehören.

Abrufbar bei Amazon Prime / Erhältlich bei Amazon

Master Of None

Master Of None ist ebenfalls ein Netflix Original. Der Mittdreißiger Dev versucht sich in New York eine Schauspielkarriere aufzubauen, bisher kann er aber nur auf einen erfolgreichen Werbefilm zurückblicken. Als Sohn indischer Migranten wird er dazu oft mit stereotypischen Rollen konfrontiert.

Jede Episode behandelt ein anderes Oberthema, dass irgendwie mit dem Erwachsenwerden zu tun hat. Zum Beispiel Kinder, die Beziehung zu den Eltern, aber auch Feminismus oder eben Rassismus. Parallel dazu entwickelt sich allerdings auch eine Liebesgeschichte zwischen Dev und Rachel, die kaum sympathischer sein könnte.

Master of None gefällt mir besonders, weil es so zeitgemäß ist. Die Probleme und Gedanken, denen Hauptdarsteller Dev nachgeht, kennen wir wohl alle. Am tollsten fand ich übrigens das Ende der ersten Staffel.

Abrufbar auf Netflix

Coming-of-Age Serien

Besonders gefällt mir an diesen Serien, dass man sie immer wieder schauen kann. In jedem Alter rezipiert man die Serien anders, bewertet das Verhalten der Charaktere unterschiedlich, lernt zu reflektieren.

Awkward und Skins sind bereits abgedreht, Girls befindet sich gerade in der vierten Staffel. Love und Master of None sind noch recht frisch, die Verlängerung auf eine zweite Staffel ist aber bei beiden Serien schon sicher. Ich freue mich riesig drauf!

Kennst du Coming-of-Age Serien, die ich mir ansehen sollte?

 

Fuller House: Fremdscham und Nostalgie

“Fuller House” ist seit einigen Wochen auf Netflix verfügbar. Oft ist die Serie ganz schön drüber, in vielen Momenten aber auch einfach schön und witzig. Meine Kritik:

Der Hype um “Fuller House” hielt in Deutschland nicht lange an. Und ehrlich gesagt, kann die Serie weder mit sonstigen Netflix-Krachern, noch mit anderen typischen Sitcoms mithalten. Die 13 Folgen der Netflix Original Serie haben mir trotzdem einige schöne Momente beschert.

Die Story

Fuller House Netflix Original
Quelle: Netflix

“Fuller House” holt dich genau dort ab, wo “Full House” endete, nur 20 Jahre später. Die Tanner-Mädchen sind längst erwachsen. DJ ist Mutter von drei Jungen, Stephanie tourt erfolgreich als DJ um die Welt und Michelle baut ihr Modeimperium auf.

Auch Joey, Onkel Jesse und die anderen, damaligen Erwachsenen tauchen in der ersten Folge auf. Beruflich geht es für sie nach L.A. und Las Vegas, wodurch die Mädels allein zurückbleiben. Das trifft vor allem DJ schwer. Da ihr Mann bei einem Feuerwehreinsatz ums Leben gekommen ist, erwartet sie nun das Schicksal einer alleinerziehenden Mutter. Aus Mitgefühl entscheiden sich schließlich Stephanie und Kimmy Gibbler ins Tanner-Haus einzuziehen um DJ zu unterstützen.

Beziehungen und andere Probleme

Von da an geht es in den Folgen um Beziehungen, Dating, die Jugend und allerlei Probleme und Sorgen einer Patchwork-Familie. Natürlich immer mit Humor und einer ordentlichen Portion Moral am Ende.

Trotz Veränderung bzw. Alterung des Casts sind die Geschichten also sehr nah an “Full House”. Meiner Meinung nach etwas zu nah. Die bunte Patchwork-Familie passt natürlich zum Hause Tanner, hätte aber moderner sein können. Anstatt des drastischen Todes von DJs Ehemann hätte eine “einfache” Trennung deutlich mehr Dynamik und Abwechslung in die Serie bringen können. Und hätte gleichzeitig die Realität vieler Haushalte widergespiegelt. Stattdessen werden alte “Full House”-Geschichten wieder aufgebrüht. Die Anlehnung an alte Folgen birgt schön Erinnerung, für die zweite Staffel wünsche ich mir aber mehr Eigenständigkeit.

Der Cast

Full House from abc
Quelle: abc

Außer den Olsen-Zwillingen sind alle Schauspieler wieder mit dabei. Plus die neuen Kinder. DJ hat mit Jackson, Max und Tommy drei Jungen, die im selben Alter sind, wie in der ersten “Full House”-Staffel DJ und ihre Schwestern. Gerade das mittlere Kind Max bietet durch seine witzige und etwas altkluge Art viel Potential. Baby Tommy und Jackson blieben bisher etwas farblos.

Auch Kimmy bringt mit ihrer Tochter Ramona ein neues Gesicht mit in die Serie. Ramona ist 13 und tritt am Anfang zickig und unwillig auf. Im Verlauf der ersten Staffel verliert sich das etwas, einen bleibenden Eindruck hinterlässt sie sonst nicht. Ebenfalls neu ist DJs Kollege Matt, der ihr schon bald den Kopf verdreht. Matt fand ich durchweg sehr sympathisch und auf seine Entwicklung freue ich mich am meisten.

Im Zentrum stehen DJ, Stephanie und Kimmy. Während Kimmy etwas zu überzeichnet und nervig ist, machen die anderen beiden viel Spaß. Stephanie als etwas unbeholfene Tante bringt viel Lockerheit in die Familie Tanner. Da sie weder beruflich noch beziehungstechnisch auf einen grünen Zweig kommt, dürfen wir in Zukunft viele witzige Situation erwarten.

DJ hingegen sorgt für Ruhe und Ordnung. Durch ihre Figur könnten in der zweiten Staffel längerfristige Storylines ermöglicht werden. Als Mutter und Herrin des Hauses sind außerdem viele Parallelen zu ihrem Vater erkennbar.

Die Episoden

Die Serie hat mir je nach Episode mal sehr viel Spaß gemacht – oder für Kopfschütteln gesorgt. Wer “Fuller House” anklickt, erwartet natürlich keine tiefgründige Unterhaltung. Oftmals arten die Folgen allerdings in Tanzen oder unsinnigen Erlebnissen aus. Vieles wirkt etwas drüber und zu sehr gewollt.

Die Machart wirkt oft veraltet. Alles im Hause Tanner wirkt perfekt, nur oberflächlich tauchen ab und an Risse auf. Jegliche Geschichten gehen immer gut für die Tanners aus. Das mag natürlich zu “Fuller House” gehören, wirkt aber unauthentisch in Hinblick zu Serie wie “How I Met Your Mother” oder “Modern Family”.

Der Handlung fehlt zwar jegliche Tiefe, trotz dessen macht die Serie Spaß. Schon der guten alten Zeit wegen. Viele Situation sind einfach witzig oder schön, weil die Familie am Ende immer zusammenhält. Gerade durch die Vielfalt der Charakter gibt es oft überraschende Situationen, aber auch wiederkehrende Elemente, die ihren Charme entfalten.

Mein Ausblick

Auch wenn die erste Staffel mich mit gemischten Gefühlen zurücklässt, werde ich in die zweite mit Sicherheit reinsehen. Die erste Staffel wurde vor allem benutzt, um die neue Charakter vorzustellen, von der zweiten erwarte ich also etwas mehr Handlung und Entwicklung. Eine besondere Dynamik erhält die Serie natürlich dadurch, dass die Kinder kontinuierlich älter werden und die Storyline sich so natürlich weiterentwickeln kann.

Die erste Staffel endet übrigens bewusst sehr offen. Auf kritische Stimmen zur ersten Staffel können Produzenten und Drehbuchautoren also gut reagieren. Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Folgen!

Alle 13 Episoden der ersten Staffel “Fuller House” sind exklusiv auf Netflix verfügbar.