Leider nur durchschnittlich: “Im Westen Nix Neues” von Prinz Pi

Mit den drei im Vorfeld veröffentlichten Songs hat Prinz Pi unterschiedliche Facetten gezeigt und große Hoffnung auf sein zwölftes Album gemacht. Diese Versprechen kann “Im Westen Nix Neues” leider nicht halten.

Fast einem Jahr nach seinem Prinz Porno Rival kehrt Prinz Pi wieder zu seinem neuen Selbst zurück. Statt dreckigem Sound und betont überheblicher Rhetorik, kommen mit Pi nachdenkliche Texte und ergreifende Melodien zurück.

Brücke zu “Kompass ohne Norden

Gleich mit dem ersten Song “Rebell ohne Grund (Kompass Reprise)” schlägt Prinz Pi eine Schleife zu seinem Vorgängerwerk von 2013. “Ist mir auch heut nicht peinlich, jede Zeile passt für immer” nimmt er allen Kritikern den Wind aus den Segeln, die die Themen von KoN als zu jugendlich für einen 30-Jährigen empfanden.

Ansonsten klingt das Album allerdings deutlich ernster als der Vorgänger. Auch der Wiedererkennungswert fehlt bei den meisten Songs. “Familienalbum Seite 19” schafft es allerdings gerade durch den eingängigen Refrain im Gehör zu bleiben und erinnert im Sound sehr an “Rebell ohne Grund“.

Die lyrische Eleganz fehlt

Die größte Stärke von Pi war immer das Geschichtenerzählen. Die Treffgenauigkeit seiner Texte hat mich oft berührt, mich gestärkt und mir weiter geholfen.

Auf IWnN gibt es wenige Zeilen, die sofort aus meinem Herzen sprechen. Beim ersten Hören ist kaum ein Song hängen geblieben. Die Themen, die Pi auf dem Album behandelt sind klasse und wichtig. Ob das Lügengebilde, das wir um uns herum schaffen (“Die Füllung von Kissen“) oder die Kritik an der hiesigen (Konsum)gesellschaft wie in “Kartenhaus“.

Während ältere Songs aber meist mindestens eine prägnante Zeile hatten, sucht man diese heute teils vergeblich. Die Message der Songs ist großartig, aber es fehlt die Zitierfähigkeit.

Viel musikalische Abwechslung

Der musikalische Feinschliff auf “Im Westen Nix Neues” ist erneut großartig. Mal fette Beats (“Weiße Tapete“, “Werte“), mal tolle musikalische Instrumentierung. Dadurch wirkt es abwechslungsreich und erzeugt durchaus eine gewisse Spannung beim Hören.

Die große Ballade fehlt leider. Auch wenn “1,40” schön ist und tolle Ideale anspricht, ist es zu mainstream, um richtig zu berühren. “Ballade für Jojo” beschäftigt sich mit den Wirren des Liebesleben Pis. Wirkt aber leider lieblos geschrieben und kommt nicht im Ansatz an Klassiker wie “Du bist” heran.

Fazit: Leider enttäuschend

Nach den tollen Vorab-Veröffentlichungen habe ich mit Großem gerechnet. Leider kommt das Album nicht im Entferntesten an meine Erwartungen heran. Ich hab mehr Tracks wie “Weiße Tapete” erwartet und auf ein neues schönes Liebeslied gehofft.

Allerdings muss ich auch sagen, dass das Album mit jedem Hören besser wird. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Songs erst nach mehrmaligem Hören ihr volles Potential entfalten. Trotzdem glaube ich nicht, dass ich das Album besonders oft hören werde.

 

Meine Woche in Worten: Schulz und Böhmermann, Veganismus und Prinz Pi

Überflieger oder Schnee von gestern? Im Wochenrückblick kümmere ich mich um Themen, die auch noch morgen für Gesprächstoff sorgen werden. Diese Woche geht es um Veganismus, neue Bands und alte Formate in neuer Erscheinung.

Man merkt die Uni hat wieder angefangen, denn gleich wird der Wochenrückblick wieder viel voller. Bevor ich also vollends unter Klausurschwerpunkten zusammenbreche, hier meine Themen der letzten Woche:

Musik

X Ambassadors “VHS”

Gerade frisch entdeckt und schon laufen sie im Hintergrund, während ich das hier tippe. Sehr energiegeladener Alternative-Rock mit Radiotauglichkeit.

Die vier Musiker kommen aus Brooklyn und waren schon im Sommer 2014 mit “Jungles” in den deutschen Charts. Ist damals leider vollkommen an mir vorbeigegangen.

Prinz Pi “1,40m”

Anfang Februar kommt das von mir heißersehnte Album “Im Westen Nix Neues”. Zusammen mit Philipp Dittberner zeigt Pi mal wieder sein Händchen für die perfekten Worte. Durch den Featuregast wirkt das alles auch schon ziemlich radiotauglich und mehr für die Masse als vorherigen Veröffentlichungen. Ich als alter Fan bin überzeugt und heiß aufs Album.

TV

Schulz und Böhmermann auf ZDFneo

Die unkonventionelle Talkshow ist zurück! Diesmal ist Oli Schulz an der Seite von Jan Böhmermann. Auch wenn in der ersten Sendung noch wenig zu Zigaretten und Whiskey gegriffen wurde, war das ein gelungener Auftakt. Mit Kollegah, dem Hochstapler Gert Postel und Jörg Kachelmann hatten die zwei Moderatoren aber auch vielversprechende Gäste. Einzig Anika Decker, Deutschland erfolgreichste Drehbuchautorin, blieb etwas blass. Die Chemie zwischen Böhmermann und Schulz stimmt in jedem Fall. Auch wenn Roche ein bisschen fehlt.

Blogs

Apfelmädchen

Über das Rezept einer Kartoffelsuppe bin ich auf den Blog gestoßen. Dort geht es um nachhaltiges und bewusstes Leben. Zu finden sind zum Beispiel viele Anregungen für Konsumverzicht und ein minimalistisches Leben. Klickt euch doch mal durch!

Artikel

Handy statt Hormone: Clue-CEO Ida Tin über Health Tracking & moderne Verhütung” bei wired.de

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Bye, Bye, Pille! Der CEO von der Zyklus-App Clue spricht von der Zukunft der Verhütung und hat einige schlaue Worte parat. Ein wirklich wichtig Thema, dass viel zu wenig Aufmerksamkeit zu Gute kommt.

22 Times Tina Fey And Amy Poehler Shut Down Sexism In The Best Damn Way” auf Buzzfeed

Ich liebe Tina Fey und diese 22 Bilder und Gifs sind der Beweis warum!

Review: Splash 2014

PANO_20140714_010341Ich bin nur schon seit ein paar Tagen vom Splash! Festival zurück und es ist höchste Zeit einen kleinen Bericht darüber zu verfassen. Für mich, für euch, für die Erinnerung.

Das Splash! findet bereits seit ein paar Jahren in Ferropolis statt. Das Gelände in Gräfenhainichen wurde früher zum Braunkohleabbau genutzt und noch heute stehen die (restaurierten) Bagger und Maschinen neu platziert und machen den Charme der Veranstaltungsstätte aus. Der urbane industrielle Eindruck passt wunderbar zum Rap, ist aber auch sonst ein idealer Veranstaltungsort. Ferropolis ist von Gremminer See umgeben, wodurch es auch eine Bühne direkt am Wasser gibt. Das macht nicht nur optisch einiges her, sondern sorgt auch für Abkühlung.

Die Veranstalter haben die Gegebenheiten des Geländes hervorragend genutzt. Die großen Bagger „spucken“ nachts Feuer und die Mainstage ist umrahmt von Sitzmöglichkeiten. Gut gefallen hat mir außerdem, dass die Imbissbuden super integriert waren und alle im gleichen Gewand untergebracht waren. Die Gestaltung war insgesamt sehr einfach, was ich jedoch als sehr positiv empfunden habe.

Erwähnen sollte man auch, dass es eine gute Auswahl an Essen gab und die Preise vollkommen ok waren. Eine nicht weniger schöne Auswahl gab es übrigens auch beim Merch. Pullis, Beutel, Shirts, Snapbacks: Alles mit dem Splash! Logo verziert. Die meisten Sachen gingen auch weg wie warme Semmeln. Daneben gab es auch noch einen schönen Stand von krasserstoff, wenn man sich lieber mit Casper, Olson und Co. einkleiden will. Nackt musste also niemand nach Hause.

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Es gibt insgesamt drei richtige Bühnen, sowie eine kleine indoor Bühne, auf der Lesung etc. stattfinden. Das Line-Up bestand vor allem aus deutschen, aktuellen Künstler, wodurch das Publikum im Schwerpunkt 18-25 Jahre war. Meine Highlights waren Afrob, Samy Deluxe, K.I.Z. und Prinz Pi. Der Letztgenannte hatte übrigens die beste Bühnenshow, K.I.Z. waren die Witzigsten. Den Auftritt von Kollegah fand ich eher enttäuschend, wirkte auf mich alles viel zu einstudiert und stellenweise war es auch etwas langweilig. Der Höhepunkt des Auftritts war eindeutig Caspers Erscheinen und die gemeinsame Performance von „Mittelfinger Hoch“ Cro hat es leider mit der Publikums-Kommunikation noch nicht so drauf und der Sound war ebenfalls nicht sp das Wahre. Sehr darüber gefreut habe ich mich, dass ich Chakuza kurz live gesehen habe, den hatte ich nämlich gar nicht auf dem Schirm.

Für alle, die sich ein bisschen für HipHop interessieren ist es natürlich auch toll über das Festivalgelände zu laufen und Visa Vie oder Toxic zu treffen. Oder auch Marcus Staiger mal ganz nah zu erleben. Wenn man ein bisschen Glück hat, läuft einem auch der ein oder andere Künstler über den Weg.

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Es gibt wahrscheinlich unterschiedliche Festival-Typen. Die einen lieben es, sich auf dem Zeltplatz voll daneben benehmen zu können, andere wollen einfach mal sehen wie das so ist und wieder andere sind eben vor allem wegen der Musik da. Ich zähle mich zu den Musikliebhabern und bin dieses Jahr mit einem guten Gefühl was dies betrifft wieder nach Hause gefahren.

Auch das Campen fand ich ganz ok. Erstaunlich wie schnell man sich daran gewöhnt, morgen erstmal ein paar Minuten zum nächsten Waschbecken zu laufen. Die Leuten auf dem Campingplatz waren gut durchgemischt, von introvertiert bis Rampensau. Ich hatte das Gefühl, dass da jeder machen kann worauf er gerade Bock hat und nicht von anderen bedrängt wird, aber man total schnell mit anderen in Kontakt kommt, wenn man das denn möchte. Sowas mag ich ja!

 

Abschließend kann ich nur sagen, dass mir das Splash wirklich gut gefallen hat und es sich voll gelohnt hat. Ich würde nicht um jeden Preis nächstes Jahr wieder fahren, aber wenn mich das Line-Up überzeugt und sich tolle Leute finden, wäre ich gerne wieder dabei.