Virtual Reality: Facebook launcht Facebook Spaces

In Facebooks neustem Netzwerk Facebook Spaces sollen wir uns mit Freunden treffen. Allerdings nicht in echt, sondern mit der VR-Version unserer Selbst.

Virtual Reality galt noch im letzten Jahr als das große Ding. Die wirkliche Realität sieht anders aus. Die Verkaufszahlen der VR-Brillen sind enttäuschend und auch sonst wird außerhalb der Tech-Blase kaum über den einstigen Hype gesprochen.

Facebook möchte das ändern und eröffnet mit Facebook Spaces das erste VR-Netzwerk. Mithilfe eines Fotos können Avatare erstellt werden, die uns wirklich ziemlich ähnlich sehen. In der virtuellen Welt können wir uns mittels VR-Brille mit Freunden treffen und an verschiedene Ort reisen.

“VR is better with friends”

Unter dem Motto “VR is better with friends” möchte Facebook seine Machtstellung ausweiten. Mit Instagram und Whatsapp gehören bereits zwei anderen wichtige Netzwerke und Messenger zum Zuckerberg-Universum. Außerdem im Team Facebook: Oculus. Der Hersteller für VR-Brillen für 2014 von Facebook gekauft. Ein Erfolg von Spaces würde auch bei Oculus die Kassen füllen.

Die öffentliche Beta von Spaces ist nun für jeden nutzbar, der über eine Virtual Reality-Brille von Oculus verfügt. Wo sich die Spreu bereits vom Weizen trennen dürfte. Denn ich Anzahl der Facebook-Nutzer mit VR-Brillen, die Interesse an einem Secondlife-Erlebnis haben, dürfte sich in Grenzen halten.

Virtual Reality wird in unserer Zukunft bestimmen. Ich bezweifle jedoch, dass das Interesse derzeit schon groß genug ist. Die Welt, die Facebook in Spaces erschaffen hat, wirkt zu kindlich und bunt als das sie viele Erwachsene begeistern kann. Zudem sind VR-Brillen teuer, womit sie ein exklusiver Spaß bleiben.

Nun bleibt abzuwarten, wie Facebook Spaces von seinem Publikum aufgenommen wird.

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Klonkrieg gewonnen: Instagram offiziell erfolgreicher als Snapchat

Das dreiste Kopieren von Snapchats Story Feature brachte Instagram im letzten Jahr viel Spott ein. Stellt sich nun aber als Erfolg heraus. Instagram Stories wird von deutlich mehr Nutzern verwendet.

Die Aktive von Snap Inc. purzelt langsam abwärts. Facebook hat gestern die Nutzerzahlen seiner Stories Funktion veröffentlicht. Demnach wird das Feature täglich von 200 Millionen Menschen verwendet. Die Nutzerzahl von Snapchat soll nur bei 160 Millionen liegen.

Noch wichtiger als die reine Nutzerzahl ist der Wachstum der Netzwerke. Hier werden Investoren und Wettbewerber hellhörig. Und auch hier offenbart das Unternehmen große Probleme. So berichtet Fortune erst kürzlich, dass das Wachstum rapide nachgelassen hat. Manche befürchten gar, das Snapchat seine beste Zeit bereits hinter sich hat.

Kopie zahlt sich aus

Noch vor einem Jahr hätten die beiden Netzwerke kaum unterschiedlicher sein können. Instagram glänzte durch perlweiße Feeds und nach Perfektion strebenden Influencern. Snapchat hingegen stand für authentisch Inhalte und Spontanität. Der Clou: Nach 24 Stunden löschten sich gepostete Videos und Bilder von selbst auf. Das Internet konnte plötzlich doch vergessen.

Dieses Alleinstellungsmerkmal verlor die App im August 2016. Instagram präsentierte sein eigenes Story-Feature. Zwar ohne Gesichtsfilter, dafür aber ebenfalls mit 24-Stunden-Haltbarkeits-Versprechen.

Instagram als Universaltalent

Über die Gründe für Instagrams recht deutlichen Sieg über Snapchat kann nur spekuliert werden. Besonders für Influencer und Stars wird die größere Followerzahl auf Instagram ein Argument gegen Snapchat sein. Generell punktet Instagram in Sachen Usability und macht es den Nutzern leichter sich zurechtzufinden und neue Accounts zu entdecken.

Ich persönlich war nie ein Fan von Snapchat. Die Gesichtsfilter habe ich immer gehasst. Viel zu nervig. Dazu kam ich mit der Bedienung nie wirklich zurecht. Und das Finden von neuen Accounts oder bekannten Persönlichkeiten ist einfach schrecklich. Für mich ein Hauptgrund, die App nicht zu nutzen.

Fazit

Snapchat verliert deutlich gegenüber Instagram. Besonders die Nutzerzahlen und das Wachstum sind alarmierend. Manche sagen sogar, die Zeit von Snapchat ist bereits vorbei.

Wer neu im Social Media Game ist, sei Snapchat nicht zu empfehlen. Instagram ist einfacher und bietet mehr Reichweite. Wer an Snapchat wirklich Spaß hat, es mit Freunden nutzt oder gut in seine Social Media Strategie integriert hat, wird weiterhin Spaß haben. Für alle anderen: Es ist Zeit, Snapchat zu löschen.

Snapchat vs. Instagram: 5 Learnings – Stories

Mit Snapchat konnte ich nie was anfangen. Instagram Stories nutze ich leidenschaftlich. 5 Instagram Learnings, die ich aus meinem eigenen Verhalten mitgenommen habe.

Instagram war lang nur eine Fotoplattform. Im Kampf gegen Konkurrenten Snapchat hat das Netzwerk allerdings ordentlich aufgetrumpft. In den letzten Jahren kamen private Nachrichten, neue Bildgröße, die Stories und schließlich Bookmarks hinzu. Für mich ist Instagram dadurch zu meinem beliebtesten und meist genutzten Netzwerk geworden. Vor allem seit dem ich die Stories benutze, habe ich einige Beobachtungen gemacht:

1. Langeweile gegen Langeweile

Langeweile verhält sich zu Social Media wie Alkohol zu Whatsapp-Nachrichten: Besser Finger weg! Wenn ich nichts zu tun habe, beginne ich unnötigen Quatsch zu posten. Manchmal schäme ich mich im Nachhinein richtig, dass ich belanglosen Schrott hochgeladen habe. Schließlich habe ich mich immer gegen Snapchat und seinen Stumpfsinn ausgesprochen.

Auf der anderen Seite sehe ich, dass immer die gleichen Leuten meine Stories sehen. Jeden Tag. Obwohl sie oft langweilig und sinnlos sind. Denn in richtig guten Moment nehmen wir keine Instagram Stories auf. Und an richtig tollen Tagen schauen wir auch keine Stories von anderen Leuten. Langeweile bringt die Leute online zusammen. Momente zu teilen ist schön, Belangloses zu posten unnötig.

Instagram Learning: Poste, wenn du etwas zu erzählen hast. Das kann ein toller Ausflug sein, dein Fortschritt bei der Arbeit oder einfach Schnappschüsse beim Spazierengehen durch dein Viertel. Im Idealfall bauen Video und Bilderschnipsel aufeinander auf. Stichwort: Storytelling

2. Je mehr Produzent, desto weniger Konsument

Dass Phänomen trifft überall im Social-Bereich auf. Umso mehr Content man selbst produziert, desto weniger interessiert einen das, was die anderen machen. Wahrscheinlich hat auch das wieder mit Langeweile zutun. Entweder man killt die eigene Langweile mit dem Produzieren oder durch das Schauen. Wenn ich eigene Fotos oder Stories veröffentliche, bin ich daran interessiert, wie diese performen. Ich schaue mir Likes und Views an und klicke wild auf Hashtags, die ich benutzt habe.

Dabei leben Social Networks von einem: Netzwerken! Likes an Dinge verteilen, die dir wirklich gefallen und den Content von anderen wertschätzen macht Spaß. Außerdem inspirieren die Inhalte von anderen und erhalten deinen eigenen Spaß.

Instagram Learning: Sei fair und bleibt neugierig. Wer sich nur in seiner eigenen Blase bewegt, wird sehr schnell an den Rand stoßen.

3. Das Leben ist keine Story

Sekundenbruchteilmomente

Capture Moments. Das ist bestimmt richtig und ich bin froh als Erinnerung Videos und Fotos zu haben. Aber das Leben durch die Kameralinse ist nicht das gleiche wie durch die eigenen Augen.

Wie oft habe ich wohl ein Grinsen verpasst, weil ich gerade ein Filter über mein zuvor gemachtes Foto legen musste? Wie viele Grimassen, wie viele Sekundenbruchteilmomente? Die schönsten Erinnerungen behalten wir im Gedächtnis ohne Erinnerungsstütze. Die besonderen Momente, die wir uns immer wieder lachend erzählen. Wenn wir anfangen zu übertreiben, die Geschichte auszuschmücken. Wenn wir bei jedem Erzählen wissen, dass wir ein bisschen flunkern und uns so sehr darüber freuen, im Herzen die Wahrheit zu kennen.

Instagram Learning: Öfter mal das Smartphone in der Tasche lassen. Im Zweifel sind Momente immer schöner ohne Display dazwischen.

4. Wenn das Online-Ich auf die Realität trifft

Instagram ist wunderbar, um mit Freunden und Bekannten in Kontakt zu bleiben. Gerade die Stories zeigen dir den Alltag, den du dank Entfernung sonst kaum mitbekommst. In Indonesien genieße ich das sehr, weil ich immer mitbekomme, wer gerade wo ist und mit wem.

Allerdings bin ich immer wieder erschrocken, wenn ich von Kommilitonen auf meine Stories angesprochen werde. Manchmal ist mir unangenehm, dass die Leute Teile meines Lebens kennen. Ich fühle mich beobachtet. Ich fühle mich fahrlässig, weil ich anderen Leuten unbedacht einen privaten Einblick in mein Leben gewähre.

Instagram Stories: Hier hilft nur sich selbst bewusst zu machen, dass du nie weißt, wer alles deine Stories schaut. Selbst bei privaten Profilen weißt du nicht, ob deine Freunde deinen Feed und deine Story anderen Leuten zeigen.

5. Zum Glück keine Bewegungsfilter

Ganz ehrlich, wer beim dritten Mal noch über den gleichen Hundefilter lacht, kann nicht gerade mit viel Humorverständnis gesegnet sein. Der Beauty-Filter verzückt uns, weil wir selbst besser aussehen, bei anderen interessiert er uns überhaupt nicht.

Die Nicht-Existenz von Filtern ist für mich einer der größten Pluspunkte, wenn es zu den Stories kommt. Denn wenn etwas die Mischung von Social Media und Langeweile zum Explodieren bringt, dann sind es Spielereien. Ja, die Filter haben was, aber mein Interesse an filterüberlegten Selfies hält sich einfach in Grenzen.

Instagram Learning: Instagram wirkt weniger verspielt als Snapchat, wodurch es erwachsener ankommt und auch nicht so schnell auf die Nerven geht.

Snapchat vs. Instagram

Instagram kommt zugute, dass es keine Plattform nur für (bewegte) Bilder ist. Die Stories sind nur ein Feature neben dem eigenen Feed. Mittlerweile treffen bei Instagram viele nützliche Funktionen aufeinander. Fotofeed, Stories, Messaging und das neue Bookmarking-Tool um Inspiration zu sammeln. Dadurch knüpft das Netzwerk an verschiedenen Bedürfnissen an und ist für verschiedene Nutzertypen interessant.

Außerdem ergänzen sich der Feed und die Stories sehr gut. Während die meisten ihren Feed lieber clean, schön und sauber halten ist in den Instagram Stories mehr Platz für Authentizität und Spontanität.

Wahrscheinlich würde ich Stories in Deutschland nicht nutzen. Doch in Indonesien ist es eine tolle Möglichkeit, um den großen Freundes- und Bekanntenkreis auf dem Laufenden zu halten und einen kleinen Einblick in meinen Alltag zu gewähren.

Social Media: Warum mir Instagram wieder mehr Freude bereitet

Weniger Interaktionen, weniger Aufmerksamkeit. Viele Nutzer meckern derzeit über Instagram. Dabei hab ich meine Freunde an dem Netzwerk gerade wieder gefunden.

Vor etwa vier Monaten habe ich mein Instagram Account deaktiviert. Ich war übersättigt vom Narzissmus, der ewigen Selbstdarstellung, dem weißen Reinheits-Gebot. Ich musste da raus. Nach ein paar Wochen entwickelte ich allerdings selbst wieder den Drang mich mitzuteilen. Schönen Fotos wollen gesehen werden, dachte ich mir. Und intuitiv habe ich begonnen, mein Instagram anders zu benutzen. Und nun gefällt es mir besser denn je!

Instagram ist keine Business-Plattform mehr

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich alle Blogger und Influencer aussortiert habe, die schamlos Werbung posten, doch Instagram kommt mir wieder persönlicher und natürlicher vor. Die gesponserten Beiträge halten sich in Grenzen und auch der perfekte Minimalismus-Look scheint langsam nachzulassen.

Vielleicht haben die Nutzen erkannt, dass zu viele Profile gleich aussahen und Individualität doch gefragt ist. Und vielleicht überschätzen Marketer die Werbewirkung von Instagram auch nicht mehr. Vielleicht hab ich auch einfach gut aussortiert.

Persönlichere Interaktion

Ich poste keine Selfies oder seitenlange Tagebuch-Bildunterschriften, aber doch sind meine Beiträge persönlicher geworden. Meine Bilder zeigen die Welt durch meine Augen, die Dinge, die ich bemerkenswert finde. Durch eine persönlichere Bildsprache fühlt sich auch jeder Like persönlicher an, wie ein kleines Kompliment. Und das Kompliment gilt nicht meinem Aussehen, sondern meiner Fähigkeit Bilder einzufangen.

Und auch ich sehe die Fotos anderer mittlerweile anders. Ich kann mir eine Persönlichkeit hinter den Accounts vorstellen und mag viele der Menschen hinter den Profilen richtig gern, obwohl ich sie gar nicht oder nur vom Sehen kenne. Sich zu mögen, weil einen die gleichen Dinge begeistern, ist wunderbar!

Inspiration und Tipps

Egal, welches Thema, auf Instagram gibt es reichlich Tipps und Inspo. Gerade das Thema Reisen interessiert mich gerade sehr. Doch auch zu Tattoos, Nachhaltigkeit und Co gibt es haufenweise Accounts, die sich zu Folgen lohnen. Das Stöbern im Discover-Tab, aber auch von Hashtags macht mir viel Spaß und lässt mich beinnahe täglich Neues entdecken.

Das bewusste Nutzen von Instagram

An mehr Bewusstsein für Social Media und der Internetnutzung im Allgemeinen arbeite ich persönlich schon lange. Daher nehme ich mir jetzt morgens und abends meist ganz bewusst eine Viertelstunde für das Scrollen durch Instagram. Mein Feed ist für mich mittlerweile ein friedlicher Ort, die mich mal entspannt und mal inspiriert.

Schöne Momente teilen

Fotos aus dem Alltag zu teilen ist der Ursprung von Instagram. Und während ich eine Zeit halbherzig versucht habe, Trend nachzumachen, besinne ich mich nur wieder zum Grundgedanken. Ich teile regelmäßig Fotos meiner Reise und lassen die schönen oder besondere Momente so noch einmal Revue passieren. Die Bilder entstehen einfach so, liegen mir geradezu im Weg.

Social Media ist das, was wir daraus machen. Wen du deinen eigenen Feed etwas aufräumst und deinen Interessen folgst, findest du vielleicht auch wieder Spaß daran, selbst wenn deine Likes stagnieren.

Wie nutzt du Instagram momentan?

Stories passt super zu Instagram

Vor zwei Tagen hat Instagram ein neues Feature veröffentlicht. “Stories” ermöglicht es Nutzern Fotos hochzuladen, die außerhalb des eigenen Feeds gezeigt werden und sich nach 24h selbst löschen.

Instagram Stories Beispiel
http://blog.instagram.com/post/148348940287/160802-stories

Viele Benutzer sehen darin eine ganz klare Kopie von Snapchat, wo ebenfalls vergängliche Fotos hochgeladen werden können. Mit diesem innovativen Merkmal wurde Snapchat eines der am schnellsten wachsende Netzwerke der letzen Jahren. Im Schnitt nutzen monatlich 150 Millionen Menschen die Foto-App.

Instagram liegt da mit rund 400 Millionen Nutzern monatlich noch ein gutes Stück vorn. Und auch Entwicklungen der App sind für die Nutzer nichts Neues. Im Mai stellte Instagram auf ein neues Design und Logo um. Seit ein paar wird der Feed nicht nicht chronologisch sortiert, sondern nach den potentiellen eigenen Interessen. Die neue Funktion “Stories” ist also nur ein weiterer Versuch, die Nutzer an die Plattform zu fesseln und das Nutzererlebnis zu bessern.

Instagram hat kopiert

Stories erinnert aber nicht nur an Snapchat, Instagram gibt sogar selbst zu sich an der App bedient zu haben. Vor allem bei Snapchat-Fans sorgt das Verhalten für viel Empörung. Dabei ist ein Abgucken und Nachmachen in der analogen, sowie in der digitalen Welt Gang und Gebe. Ob soziales Netzwerk, Online-Magazin oder Kartendienst, alle schauen voneinander ab. Ohne Nachmachen und Nachbessern wären viele großartige Erfindungen wohl nie entstanden.

Die Neuerung bei Instagram fällt allerdings deutlich spärlicher aus als beim gelben Konkurrenten. Bei Instagram Stories gibt es bloß die Möglichkeit auf dem frisch geschossenen Bild herumzumalen und Text hinzufügen. Snapchat dagegen ist vor allem dank der vielen verschiedenen Filter bekannt und beliebt.

Alles in einer App

Instagram hat allerdings den Vorteil bereits eine große aktive Nutzerschaft zu haben, die sich wiederum bereits große Followerzahlen aufgebaut haben. Instagram wird längst professionell genutzt, um die eigene Marke oder sich selbst voran zu treiben. Auch das Entdecken von Profilen ist bei Instagram deutlich einfacher als bei Snapchat.

Auch “Stories” wurde übersichtlich in Instagram integriert. Nutzen lässt sich der Spaß intuitiv, wer es nicht nutzen möchte, wird von der Funktion nicht bedrängt. Gerade für Blogger und Promis, die ihren Content eh öffentlich teilen, ist Instagram damit deutlich attraktiver.

Zurück zur Authentizität

Als Instagram vor ein paar Jahren startete lebte die App von unscharfen Schnappschüssen aus dem Alltag unbekannter Menschen. Die Fotos hatten hässliche Rahmen und auch mit den Filtern wurde nicht gegeizt. Mit der Zeit wurden die Fotos professioneller, die Benutzer reich durch ihren Content und die Accounts identischer. Die Dynamik, mit der sich die Plattform entwickelte, war unglaublich.

Doch das Perfekte raubte auch den Spaß am schnellen, alltäglichen Nutzen. Die Stories ermöglichen nun einen neuen, privaten Einblick, der auch Fotos erlaubt, die sich nicht in den akkuraten Feed einreihen. Mehrfachposts vom weißen Malediven-Strand oder einem fancy Event müssen nun nicht mehr die Timeline verstopfen. Und auch privat kann das Feature gut genutzt werden, um die etwas spannenderen Tagen im Leben zu begleiten.

Das Ende von Snapchat?

Die Meinung über “Instagram Stories” ist bisher gespalten. Doch diejenigen, die das Feature bereits ausprobiert haben, zeigen sich begeistert. Zu nervig ist das ewige Wechseln zwischen den Apps. Zu einfach die Handhabung bei Instagram und vor allem zu groß die bereits akquirierte Fanmasse.

Wenn man allerdings beobachtet, wie viele Leute selbst nach dem zehnten Mal den Hunde-Filter noch witzig finden, wird klar, dass das Ende von Snapchat durch die Stories nicht besiegelt ist. Snapchat bietet durch die Filter immer noch ein Alleinstellungsmerkmal. Und auch für Menschen, denen die geschönte, ungesättigte Welt von Instagram zu gespielt ist, wird Snapchat die bessere Alternative bleiben.

Ich mag Instagram schon durch das Design deutlich lieber als Snapchat. Die App wirkt aufgeräumter. Ob ich Stories nach dem ersten Ausprobieren noch nutzen werde? Wahrscheinlich nicht. Meinen eigenen Alltag muss ich dann doch nicht jedem unter die Nase reiben. Und auch die Stories der anderen sind oft nicht lebensverändernd. Ein nettes Feature für Ab und An ist es trotzdem.

Zusammengefasst: Ich find’s jut! Und ihr?

 

Facebook plant Redesign der Fanpages

Im Netz kursieren Bilder eines Redesign der Facebook-Fanpage. Welche Vorteile das für Blogger bedeutet:

torben einicke facebook fanpage redesign
Quelle: Torben Einicke

Es ist Zeit für eine Überarbeitung der Fanpages. Das hat sich Facebook offenbar gedacht. Im Internet kursieren Bilder von einem vermeintlichen Redesign. Auf den neuen Seiten nimmt das Titelbild deutlich mehr Platz ein, während das eigentliche Profilbild kleiner wird. Neu ist außerdem der Reiter auf der linken Seiten, der vorher eher versteckt und horizontal zu finden war. Facebook orientiert sich mit dem mutmaßlichen neuen Design wieder mehr an klassischen Websites und deren Ordnungsstruktur.

Ein logischer Schritt, da die Facebook-Page für viele Bands längst die eigene Homepage ersetzt hat. Durch die neue Navigation können Inhalte übersichtlicher dargestellt werden und Facebook wird mehr zur Orientierungshilfe und Informationsplattform. Aber welche Vorteile könnte das neue Design für Blogger und ihre Fanpages bringen?

Vorteile des Redesigns

  • Längere Sichtbarkeit: Da die einzelnen Navigationspunkte prominenter platziert sind, bleiben die Inhalte länger auf der Hauptseite sichtbar und sind für den Nutzer schneller auffindbar
  • Mehr Interaktion: Dadurch dass schon auf den ersten Blick viel zu sehen ist, wird beim Nutzer Neugier erzeugt. Ein hervorragender Interaktions-Booster also.
  • Mehr Conversions: Der Call-to-action-Button wird präsenter, wodurch mehr Menschen direkt auf deinen Blog gelangen
  • Mehr Ordnung: Auch die profitierst von der Übersichtlichkeit, weil du deine Arbeit für dich selbst besser einordnen kannst. Du behältst den Überblick, welche Bereich du lange nicht aktualisiert hast.
  • Neuer Mut: Wenn z.B. der Video-Reiter nun gut auffindbar ist, ist es eine Überlegung wert, deine Video fortan dort hochzuladen und nicht bei Youtube.

Nachteile

  • Mehr Arbeit: Je mehr der Leser mittels einen Klicks sehen kann, desto mehr muss auch im Stand gehalten werden. Schließlich soll sich hinter keinem Reiter 3 Monate alter Content verbergen
  • Neue Designs: Das Titel- und Profilbild bekommen neue Größen. Wer vorher beide hübsch aufeinander abgestimmt hat, sucht besser schon einmal das .psd raus.

 

Ob und wann das neue Design kommt ist allerdings noch nicht klar. Da ich mich längst am aktuellen Design satt gesehen habe, freue ich mich auf die Neuerung!

Facebooks F8: Unmündigkeit durch Innovation?

Mark Zuckerberg stellt sich auf der F8 als Weltverbesserer dar. Und seine Pläne mit Facebook klingen beim ersten Hören großartig. Ob die zukünftigen Features unser Leben wirklich verbessern, stelle ich aber ernsthaft in Frage.

Facebook F8 Mark Zuckerberg
Quelle: facebook

 

F8 in San Francisco

Auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz hat Mark Zuckerberg einen 10-Jahres-Plan für Facebook vorgestellt. Dabei ging es nicht nur um Facebook allein, sondern auch um die eingekauften Plattformen wie Instagram und Whatsapp. Den Schwerpunkt der Veranstaltung setzte Zuckerberg auf die Vernetzung der Welt mit dem Internet. Laut Zuckerberg haben vier Millionen Menschen weltweit noch keinen Zugang zum Internet. Neben der schlichten regionalen Unverfügbarkeit, seien auch Kosten und Skepsis wichtige Punkte, die Menschen am Internetzugang hindern.

Ebenso wichtig war natürlich die weitere Entwicklung der Plattform Facebook, insbesondere des Messengers. In Zukunft sollen wir durch Bots Essen und andere Produkte bestellen können. Nachrichtenseiten sollen uns individuell News schicken können. Facebook hat bei dem Event die Freigabe der API verkündet, was bedeutet, dass Entwickler nun an ihren eigenen Bots arbeiten können, um diese bei Facebook zu integrieren.

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Riesige Wahnvorstellung

Wer Innovationen mag, wird die F8 mit riesigen Augen verfolgt haben. Die Zukunft fühlt sich so nah und begehrenswert an. Doch der Zuschauer kann das Event auch in einem anderen Licht betrachten.

Mark Zuckerberg möchte die Menschen nicht nur ins Internet, sondern auch zu Facebook und seinen Tochterfirmen bringen. Möglichst all unsere Begehren – von Anerkennung bis Lieferdienst – sollen von dem sozialen Netzwerk bedient werden. Das schafft Abhängigkeit. Als Produzent und Konsument von Inhalten müssen wir uns den Richtlinien unterwerfen. Wer durch Facebook Absatz generiert ist von jeder Änderung im Algorithmus direkt betroffen. Die künftig gewünschte Omnipräsenz von Facebook klingt wie eine riesige Wahnvorstellung und nicht nach glorreicher Zukunft.

“Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen”

Doch nicht nur der Produzent wird in seiner Freiheit beraubt: In der Schule mussten wir wohl alle Kants Theorien lernen. Die Unmündigkeit der Menschen in der Vergangenheit war für mich damals schwer zu begreifen. Facebook und andere Internetdienste könnten diese Unmündigkeit zurückbringen.

Plattformen werden heute immer einfacher und intuitiver. Das erspart den Nutzer Zeit und Frust. Er muss aber auch weit weniger nachdenken. Wenn es um die reine Benutzung geht, ist simpel hervorragend. Wenn Algorithmen zukünftig unser Denken und Handeln bestimmen, ist es gefährlich.

Algorithmus statt Selbstständigkeit

Schon jetzt zeigt uns die Facebook-Timeline an, was uns interessieren könnte. Dadurch verpassen wir einen großen Teil der Inhalte, die unsere Freunde, aber auch Fanseiten posten. Bei recht irrelevanten Posts ist das egal. Bei Nachrichten, zum Beispiel die Berichterstattung über Wahlen, kann ein Informationsdefizit zum Problem werden.

Wenn der Facebook-Messenger für viele Menschen die einzige Bezugsquelle für Nachrichten wird, wird die Nachrichtenselektion noch undurchsichtiger. Mehr Nachrichten gehen für uns verloren. Weil der Automatismus uns das Interesse für Themen nicht zutraut oder uns bewusst nur Nachrichten anzeigt, die der Produzent verbreitet haben will.

Im Journalismus gibt es eine Theorie: Von 99 Prozent der Geschehnisse auf der Welt bekommt der Journalist/die Medien nichts mit. Und 99 Prozent der Dinge, die der Medienschaffende mitbekommt, werden nicht veröffentlicht, weil der Journalist den Nachrichtenwert für zu gering bewertet. In Zukunft reiht sich hinter dem publizierenden Medium noch eine Software, die die Nachricht bewertet und entscheidet, ob sie dem Leser angezeigt wird und wenn, an welcher Stelle. Unser Nutzungserlebnis wird dadurch personalisiert, aber vor allem beschnitten.

Und selbst wenn uns Bots und Algorithmen zukünftig genau das anzeigen, was uns interessiert, herausfordert und weiterbildet. Die Mündigkeit und Selbstbestimmtheit fehlt. Wir nutzen unsere Fähigkeit zu freien Informationsbeschaffenheit nicht mehr.

Und das kann nicht gut sein!