Viel mehr als Youtube: Nilam Farooq im “Hotel Matze”

Nilam Farooq kennen viele durch ihren Youtube-Channel “daaruum”. Bei ihrem Besuch im Podcast “Hotel Matze” lernte ich eine andere Seite der Schauspielerin kennen.

Wenn ich “daaruum” höre, denke ich an Youtube und Beauty. Dabei steckt hinter Nilam Farooq ein deutlich vielschichtigerer Mensch als das Klischee vermuten lässt. Fragen zu ihrer Person, Youtube und ihrem Leben beantwortet sie souverän und klug in der aktuellen Folge “Hotel Matze“.

So stellt sie klar, dass sie in erster Linie Schauspielerin sei und Youtube vor sechs Jahren als Hobby begann. Obwohl sie immer noch zwei Videos die Woche auf die Plattform hochlädt, sieht sie die Entwicklung von Youtube mehr als kritisch. Aktuelle Trends sind z.B. das Essen von Nicht-Lebensmitteln und die Zurschaustellung des letzten privaten Winkels.

Nilam Farroq: Offen und ehrlich

Ihr neues Lieblingsnetzwerk heißt übrigens Instagram. Und selbst da gibt sie zu, dass sie das Spiel rund um Likes kennt. Und ab und an auch gerne mitspielt.

Ich muss sagen, dass ich vor dem Hören der Podcasts-Episode von Nilam Farooq noch nie etwas gehört habe. “Daaruum” konnte ich in die Ecke Youtube einordnen, doch ein Video von ihr hatte ich noch nie gesehen.

Bei einem Blick auf ihren Youtube-Account bin ich immer noch sicher, dass ihre Videos mich nicht ansprechen. Trotzdem bin ich von ihrer netten und offenen Persönlichkeit begeistert.

Zudem lässt sie die Hörer ein bisschen hinter die Kulissen von Youtube und Schauspiel schauen. Das ist spannend und bringt Transparenz in eine Branche, die sich sonst nicht durchschauen lässt.

Der Podcast “Hotel Matze”

Zu hören ist das Ganze, wie bereits gesagt, im Podcast “Hotel Matze“. Wer den noch nicht kennt, hat richtig was nachzuholen. Im Gespräch mit Matze Hielscher geben Künstler aus Berlin einen Einblick in ihre Arbeitswelt, ihre Gedanken und Entscheidungswege. Sehr motivierend und unterhaltsam!

“Hotel Matze” gehören zum Mit Vergnügen-Universum und ist auf Soundcloud und bei iTunes zu finden. Natürlich umsonst!

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Meinung: Der WDR traut sich was

#Freiheit, Sami Slimani und Lets Plays. Youtuber zeigen sich vielsetig – mit Erfolg. Gerade bei Jugendlichen und junge Erwachsenen sind die Videos rund um News, Tutorials und Trivia beliebt. Nun will auch der WDR ein Stück vom Kuchen.

“Kennen Sie Youtube?”, fragt Jörg Schöneborn, Fernsehdirektor des Westdeutschen Rundfunks einen jungen Mitarbeiter. Die Antwort lautet selbstverständlich “Ja”. Und würde sich der WDR in weiteren Teilen Deutschlands umhören würden sie wohl kaum jemanden zwischen 12 und 30 treffen, der noch nie etwas von Googles Tochter gehört hat.

Seit gestern gehört auch der WDR zu dem großen Pool deutscher Youtuber. Mit einem selbstironischen Trailer haben sie bereits am Sonntag visuell ihren Einstand verkündet. Vorgestellt wurden dabei nicht nur die drei jungen Moderatoren, die künftig das Gesicht des Formats #3sechzich sein werden. Auch die Leitwerte wurden vorgestellt. “Unabhängig, meinungsfreudig, relevant” möchten sie sein.

Auf dem Kanal soll es fast täglich aktuelle Beiträge und Nachrichten geben. Die erste Sendung beschäftigte sich gestern mit dem allgegenwärtigen Thema Pegida. Die Absage der Demo in Dresden und die Pressekonferenz waren Gesprächsstoff für Moderatorin M3lly, die allerdings nicht als neutrale, apolitische Journalisten auftrat, sondern den Nachrichten durchaus etwas Spott mitgab. Die Ausschnitte von außerhalb werden so gewählt, dass sie der Meinung des #3sechzich-Teams untermauern. Man fühlt sich ein bisschen an Stefan Raab erinnert, der ebenfalls nur die Szenen zeigt, die die Protagonisten in ein unangenehmes Licht rücken.

Die Darstellung wirkt insgesamt ungezwungener als man es von öffentlich-rechtlichen Programmen gewohnt ist. Die Moderatorin steht locker im Raum, die Sprache ist einfach und verständlich und auch ein paar “Ähs” und Ähms” lassen sich raushören. Bei den großen Youtubern hat sich der WDR auch etwas abgeschaut: Am Ende des Videos wird brav um Kommentare, Likes und Meinungen gebettelt.

Ob der WDR mit diesem Format wirklich an die junge Zielgruppe anschließen kann, wag ich zu bezweifeln. Auch wenn die Darstellungsform lockerer wirkt, so ist es doch nur ein Thema der Tagesschau, dass in drei Minuten “meinungsfreudig” bearbeitet wird. Ich würde mir mehr Visualisierungen wünschen, wie z.B. bei Logo vom Kinderkanal, angepasst an junge Erwachsene. Außerdem fehlt mir der Mehrwert. Was wirklich neues habe ich nicht erfahren. Der Bericht über Pegida war außerdem sehr einseitig, wobei es gerade bei diesem Thema wichtig ist, beide Seiten zu zeigen. Am Ende schießt sich die “Lügenpresse” damit noch ins eigene Bein.

Natürlich war das erst die erste Folge und ich werde auf jeden Fall dranbleiben und beobachten, was für eine Entwicklung #3sechzich annimmt.